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MietpreisbremseViel Lärm um wenig

Von der Mietpreisbremse ist zwar mittlerweile etwa jede dritte Mietwohnung in Deutschland betroffen. Die tatsächliche Wirkung der Reform ist allerdings umstritten, außerdem fehlt es an Transparenz. 01.02.2016 - 13:04 Uhr

Bundesjustizminister Heiko Maas im März 2015 nach der Debatte und Abstimmung um Dämpfung des Mietanstiegs im Deutschen Bundestag in Berlin, vor dem Reichstagsgebäude.

Foto: dpa

Gilt bei Ihnen auch schon die Mietpreisbremse? Mittlerweile ist fast jede dritte der insgesamt etwa 22 Millionen Mietwohnungen in Deutschland davon betroffen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung und beruft sich dabei auf Zahlen des Deutschen Mieterbundes. „Das entspricht ungefähr 30 Prozent des Mietwohnungsbestandes in Deutschland“, sagte Mieterbund-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Bislang hätten 300 Städte in zehn Bundesländern die Preisbremse eingeführt.

Aus Sicht des Mieterbunds besteht indes Nachbesserungsbedarf. „Wenn ich die Vormieter nicht kenne, weiß ich nicht, ob die Mietpreisbremse überhaupt für mich gilt“, sagte Ropertz.

Platz 14: Baden-Baden

Wer etwas exklusiver wohnen möchte, muss dafür auch stolze Preise auf den Tisch legen. Die Makler von Engel & Völkers veröffentlichten nun ihre Liste mit den teuersten Wohnstandorten Deutschlands. Alle angegebenen Preise wurden dabei erzielt.

Auf Platz 14 liegt Baden-Baden. Für einen Quadratmeter an der Lichtentaler Allee werden bis zu 10.000 Euro fällig.

Foto: PR

Platz 13: Konstanz

Noch teurer wird es in Konstanz. Für einen Quadratmeter auf dem Alpsteinweg zahlt man bis zu 10.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 12: Stuttgart

Am Stuttgarter Bismarckturm zahlt man für einen Quadratmeter Eigentum bis zu 10.800 Euro.

Foto: dpa

Platz 11: Juist

Auf Juist ist der Platz naturbedingt begrenzt. In der Wilhelmstraße kostet ein Quadratmeter Eigentum daher satte 12.000 Euro.

Foto: dpa

Platz 10: Berg am Starnberger See

In Berg am Starnberger See kostet ein Quadratmeter bis zu 12.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 9: Düsseldorf

In der Straße Altestadt in Düsseldorf kostet ein Quadratmeter Eigentum bis zu 13.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 8: Frankfurt am Main

In der Straße Oberlindau in Frankfurt am Main kostet ein Quadratmeter Eigentum bereits bis zu 14.000 Euro. Den selben Preis zahlt man übrigens auch in Wyk auf Föhr auf der Strandpromenade.

Foto: dpa

Platz 7: Tegernsee

Am schönen Tegernsee kostet ein Quadratmeter Eigentum bis zu 15.000 Euro.

Foto: dpa

Platz 6: Norderney

In der Viktoriastraße auf Norderney muss man für einen Quadratmeter Eigentum bis zu 16.000 Euro zahlen.

Foto: dpa

Platz 5: Köln

Im Gerling Quartier in Köln werden Spitzenpreise von bis zu 17.000 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Foto: dpa

Platz 3: München

Auf der Thomas-Mann-Alle in München muss man für einen Quadratmeter Eigentum bereits 25.000 Euro auf den Tisch legen.

Foto: dpa

Platz 2: Hamburg

Am Kaiserkai in Hamburg wird's noch ein Stück teurer: Für einen Quadratmeter muss man hier schon 31.500 Euro bezahlen.

Foto: dpa

Platz 1: Kampen auf Sylt

Teurer – und exklusiver – ist es nirgendwo: In Kampen auf Sylt kostet ein Quadratmeter Eigentum sage und schreibe bis zu 73.300 Euro. Solche Preise wurden auf dem Hobookenweg erzielt.

Foto: dpa

Die Regelung soll sprunghafte Mieterhöhungen vor allem in Großstädten verhindern. Seit Juni dürfen die Preise bei Mieterwechseln in ausgewiesenen Gegenden nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Wo die Preisbremse greift, legen die Bundesländer fest. Bei Neubauten und nach umfassender Modernisierung gilt das aber nicht; und auch nicht, wenn der Vermieter zuvor schon höhere Mieten kassiert hat.

Zweifelhafte Wirkung

Genau das ist eines der Probleme der Reform: eine Studie des Immobilien-Forschungsunternehmens empirica kam vor kurzem zu dem Ergebnis, dass die Fluktuation in der jeweiligen Stadt eine große Rolle spielt bei der Wirkung der Mietpreisbremse. Je häufiger der Mieter in der Vergangenheit gewechselt hat, desto häufiger hatte der Vermieter die Chance, eine höhere Miete zu verlangen. Altverträge mit niedrigen Mieten gibt es dann entsprechend weniger. "Umso eher liegt der vom Vormieter vereinbarte Mietpreis an der aktuellen Marktmiete", schreiben die Autoren Sebastian Hein und Lorenz Thomschke in ihrer Studie.

Für Mieter ist es daher schwierig, den Überblick zu behalten. Da es für Vermieter keine verbindlichen Strafen für das Nichteinhalten der Bremse gibt, können Mieter sich nur auf Verdacht beschweren.

Bisher ist die Wirkung der Mietpreisbremse sehr umstritten. Zunächst sanken die Mieten zwar tatsächlich, mittlerweile steigen sie aber in den betroffenen Städten wieder stärker an. In Berlin beispielsweise, wo die Mietpreisbremse bereits im vergangenen Juni eingeführt wurde, liegen die Mieten mittlerweile wieder deutlich höher als im Monat vor der Einführung.

Zwischenfazit: Zwar wird die Mietpreisbremse offenbar großflächig eingeführt. Eine nennenswerte Wirkung ist allerdings noch nicht erkennbar. Allerdings fehlen für eine genau Analyse noch Daten, ein richtiges Fazit lässt sich also erst nach einem längeren Zeitraum ziehen.

lit, dpa
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