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Wohnungs- und Häusermarkt Scout24 sieht in der Coronakrise keine Beeinträchtigung des Immobilienbooms

Das Vermittlungsportal schätzt die langfristigen Auswirkungen von Corona auf den Immobilienmarkt als gering ein. Branchenvertreter sehen die Lage kritischer.

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Das Vermittlungsportal glaubt, dass von dem Coronavirus keine langfristigen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt ausgehen. Quelle: dpa

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung des bundesweit größten Vermittlungsportals Scout24 von der Coronakrise nicht dauerhaft beeinträchtigt.

„Wir sehen grundsätzlich kein Fragezeichen am Immobilienmarkt“, sagte Vorstandschef Tobias Hartmann am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresbilanz. Im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern seien die Fundamentalwerte in Deutschland unverändert positiv. Immobilien zählten zu den beliebtesten Geldanlagen. „Dementsprechend wird der Motor wieder anspringen.“

Damit äußerte sich der Scout24-Chef zuversichtlicher als andere Branchenvertreter. Mittelständische Immobilienunternehmen spüren die Coronakrise bereits deutlich, wie der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Hartmanns Optimismus speist sich aber auch aus der Überzeugung, dass Scout24 die Möglichkeiten zur Übertragung von Vermittlungs-, Finanzierungs- und Immobilienverwaltungs-Diensten ins Internet noch lange nicht ausgeschöpft hat. „Wir betreiben ein digitales sehr, sehr robustes Geschäftsmodell in einem Wachstumsmarkt“, sagte Hartmann.

Kurzfristig rechnet Scout24 allerdings mit einem empfindlichen Dämpfer für Umsatz und Gewinn. „Wenn Notare zumachen und Wohnungsbesichtigungen nicht möglich sind, spüren wir das natürlich in unserem Geschäftsmodell“, sagte Hartmann.

Bereits am Vorabend hatte Scout24 wie viele andere Unternehmen seine Jahresprognose kassiert. Obsolet ist damit der bisherige Plan, den Umsatz im laufenden Jahr um sechs bis acht Prozent zu steigern und davon bis zu 65 Prozent als Betriebsgewinn herauszuholen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Scout24 im fortgeführten Geschäft bei einem Umsatzplus von 9,9 Prozent auf 350 Millionen Euro eine Ebitda-Marge von 59,9 Prozent, was einem Gewinnanstieg um 10,9 Prozent auf 209 Millionen Euro entsprach.

Vorläufige Zahlen hatte der Konzern bereits im Februar veröffentlicht und dabei allerdings noch das mittlerweile verkaufte Auto-Anzeigengeschäft einberechnet.

Den größten Teil der milliardenschweren Verkaufserlöse will Scout24 mit Aktienrückkäufen an die Aktionäre ausschütten. Zudem soll die Dividende auf 90 Cent von 64 Cent im vergangenen Jahr steigen.

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