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Wohnungsmieten Die höchsten und die niedrigsten Mieten für Studenten

Andere fahren in den Urlaub, für Erstsemester beginnt die anstrengende Suche nach Studienplatz und Wohnung. Unser Vergleich der 50 größten Uni-Städte zeigt, wo Studenten günstig unterkommen und wo es richtig teuer wird.

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Berlin, Freiburg, München oder Duisburg: Die günstigsten Städte für Studenten. Quelle: Getty Images

Wer in einer Universitätsstadt auf Wohnungssuche geht, kann was erleben. Da gibt es das WG-Zimmer vom devoten Vermieter, der auch gleich Dienste wie den Wocheneinkauf, Putzen und alles andere übernehmen will, dass Bett im WG-Flur für 200 Euro im Monat oder den Makler, der gleich 50 Mitbewerber zur Massenbesichtigung der Wohnung einlädt und eine Staffelmiete verkündet. Geschichten rund um die Wohnungssuche sind oft so skurril und abwechslungsreich, dass der Bayrische Rundfunk (BR) daraus eine sechsteilige Sendereihe mit dem Titel „Wer zieht ein?“ gestartet hat, in der er Wohngemeinschaften bei der Suche nach neuen Mitbewohnern begleitet.

Wer schon auf der Couch vor dem Fernseher sitzt, mag sich vielleicht am Elend der Wohnungssuchenden erfreuen. Wer aber zum Wintersemester sein Studium beginnen möchte, hat im Sommer anderes vor: Studienplatz klären, die Organisation der künftigen Hochschule durchdringen, Vorlesungsverzeichnisse und Propädeutika-Kurse kosten schon viel Zeit. Und dann muss auch noch eine bezahlbare Unterkunft her. Studenten mit ihrem schmalen Budget haben es dabei vor dem Hintergrund seit Jahren steigender Mieten wirklich schwer.

Der Wohnungsmarkt am Studienort spielt daher oft schon bei der Wahl des Studiengangs eine wichtige Rolle. Denn wie das Maklervergleichsportal Homeday ermittelt hat, gibt es riesige Unterschiede. Zum einen ist Wohnen in der teuersten Universitätsstadt fast dreimal so teuer wie in der günstigsten, zum anderen entwickeln sich die Mietpreise mit ganz unterschiedlicher Dynamik.

Die teuersten Uni-Städte

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    München mit Abstand am teuersten

    Eine Untersuchung der – an der Zahl der dort lebenden Studenten gemessenen – 50 größten Universitätsstädte in Deutschland ergab: Mit Abstand am teuersten ist eine Studentenwohnung in München. Der Median der Kaltmieten liegt im August 2017 bei 15,83 Euro je Quadratmeter. Für eine kleine 40-Quadratmeter-Wohung kommen so schnell über 630 Euro zusammen. . Wer die Wohnungsanzeigen durchsieht, stellt fest, dass je nach Ausstattung und Lage auch über 1000 Euro fällig werden können – selbst für weniger als 40 Quadratmeter. Nur wer sehr viel Glück hat, ergattert ein 20-qm-Zimmer im Studentenwohnheim im Schwabing für 150 Euro im Monat.

    München ist einsam an der Spitze, die Kaltmiete ist  mehr als drei Euro pro Quadratmeter teurer als in der zweitteuersten Uni-Stadt Frankfurt am Main. Obwohl Frankfurt mit 63.000 nur etwas mehr als halb so viele Studierende zählt wie München (118.000), sind hier die Median-Mieten mit 12,50 ungewöhnlich teuer – Kaltmiete wohlgemerkt. Mit Preisen zwischen elf und zwölf Euro folgen Stuttgart, Freiburg und Konstanz. Insgesamt liegen die Kaltmieten in elf Städten (Top Ten plus Darmstadt) im Median oberhalb von zehn Euro.

    Die günstigsten Uni-Städte

    Günstig sind hingegen Universitätsstädte mit Kaltmieten unterhalb von sieben Euro je Quadratmeter. Laut Analyse ist das an immerhin elf Hochschulstandorten der Fall.

    Am günstigsten wohnen Studenten demnach in Duisburg. Hier liegt die Quadratmeter-Kaltmiete nur bei 5,61 Euro  - macht 224 Euro Kaltmiete für 40 Quadratmeter. Das ist kaum mehr als ein Drittel der Miete in München. Für weniger als sechs Euro pro Quadratmeter können sich Erstsemester sonst nur noch in Magdeburg, Halle (Saale) oder Wuppertal einmieten.

    Bezahlbarer Wohnraum wird knapp

    Auch wenn Studentenbuden in diesen Städten noch erschwinglich sind, so teilen die Wohnungssuchenden das gleiche Problem mit den Erstsemestern in München, Stuttgart, Heidelberg und Köln: Das Angebot an Wohnraum ist zu knapp, die Mieten steigen dynamisch. Während in München die Mieten im Vergleich zu Vorjahr um 6,2 Prozent anstiegen, war es in Freiburg oder Köln immer noch 3,6 Prozent plus. In Dortmund – Platz neun der zehn günstigsten Uni-Städte – kletterten die Mieten binnen zwölf Monaten sogar um 7,9 Prozent. Auch Essen und Siegen aus der gleichen Gruppe kommen auf eine Steigerung um mehr als fünf Prozent.

    Diese Städte machen Mieter arm
    Die StudieWie viel muss man für das Leben in ein den größten Metropolen der Welt bezahlen? Diese Frage stellte sich die Deutsche Bank und verglich die Preise in 47 Städten weltweit verglichen. Neben Mietpreisen wurden auch andere Lebenshaltungskosten berücksichtigt, wie zum Beispiel Kosten für Sprit, die Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder für ein Date. Fest steht: Für das Metropolenflair müssen die Städter einen hohen Preis bezahlen. Die Ergebnisse der Studie in Übersicht. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa
    Platz 19: FrankfurtDie Metropole am Main ist ein teures Pflaster: Um 20 Prozent legten die Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr zu – unter den Top 30 des Deutsche-Bank-Ratings ist das der höchste Mietanstieg. Kein Wunder – schließlich wird Frankfurt nach dem Brexit alternativ zu London als Standort für Banken gehandelt. Der Bedarf an Wohnraum nimmt also zu. 1463 US-Dollar zahlen Mieter für eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung. Unter die Top 10 der teuersten Städte hat es jedoch keine deutsche Stadt geschafft... Quelle: dpa
    Platz 10: Tokio... dagegen ein japanische. Wer in Tokio leben möchte, muss im Schnitt 2010 Dollar für die Miete berappen. Bei den weiteren Lebenshaltungskosten sticht Tokio vor allem in einem ungewöhnlichen Bereich hervor: Fitnessstudios. Diese sind in Tokio im Schnitt am teuersten. Gut 129 Dollar zahlt man da, um nach dem Feierabend zu schwitzen. In Frankfurt sind es gerade einmal gut 45 Dollar. Quelle: dpa
    Platz 9: SydneyDie australische Metropole gilt als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit – dementsprechend hoch sind auch die Lebenshaltungskosten. Für eine Dreizimmerwohnung in mittlerer Lage muss man im Schnitt 2134 Dollar monatlich aufwenden. Quelle: REUTERS
    Platz 8: BostonDie US-Metropole an der Atlantikküste ist vor allem für ihr Massachusetts Institute of Technology (MIT) bekannt, welches vor den Toren der Stadt an der University of Cambridge beheimatet ist. Aber auch die Lebenshaltungskosten können sich sehen lassen. Im Schnitt zahlt man für die Dreizimmerwohnung 2225 Dollar Miete. Quelle: AP
    Platz 7: ParisDie Stadt der Liebe hat neben ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch eine sehr hohe Lebensqualität zu bieten. Entsprechend hoch sind auch die durchschnittlichen Monatsmieten, die man in Paris für eine Dreizimmerwohnung in mittlerer Lage zahlen muss: 2289 Dollar. Quelle: dpa
    Platz 6: EdinburghIn Sachen Lebensqualität steht Edinburgh sehr gut da. Platz zwei auf der Deutsche-Bank-Rangliste ist demnach vor allem der Gesundheitsversorgung und der geringen Zeit, die Pendler im Verkehr stecken, geschuldet. Die monatlichen Kosten für die Dreizimmerwohnung aus dem Index kommt allerdings schon fast an New Yorker Verhältnisse heran. 2361 Dollar kostet die entsprechende Miete. Quelle: REUTERS

    Am dynamischsten entwickelt sich der Mietmarkt in Berlin. Beim Mietpreisniveau mit 9,44 Euro je Quadratmeter noch auf Platz 17 unserer Rangliste, stiegen die Mieten mit einem Plus von 10,3 Prozent in nur einem Jahr stärker als überall sonst  in der Republik. Das dürfte sicher daran liegen, dass Berlin mit 177.000 Studenten der größte Hochschulstandort Deutschlands ist und Berlin generell noch immer sehr begehrt ist. Andererseits ist gerade in Berlin die Zahl der neu gebauten Wohneinheiten nach wie vor viel zu niedrig. Im vergangenen Jahr entstanden dort 13.700 neue Wohnungen. Das sind zwar rund ein Viertel mehr als 2015, um den Bedarf zu decken wären aber 20.000 neue Wohnungen jährlich nötig. Schätzungen zufolge ziehen jedes Jahr 40.000 Menschen in die Hauptstadt.

    In nahezu allen Universitätsstädten steigen die Mieten deutlich. Die höchsten Mietpreissteigerungen verzeichneten nach Berlin: Dortmund, Braunschweig und Bochum mit mehr als sieben Prozent plus, München und Marburg mit mehr als sechs Prozent Mieterhöhung sowie Osnabrück, Kassel, Siegen, Essen und Paderborn mit mindestens fünf Prozent Mietplus. Nur in zwei Uni-Städten fielen die Mieten leicht. In Jena sanken die Mieten um 0,3 Prozent, in Trier sogar um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Dass sich die Lage in absehbarer Zeit entspannt, sollten Studenten besser nicht erwarten. Dass die Mieten seit 2010 nach Angaben des IW Köln in Berlin um 42 Prozent, in München um 33 Prozent und selbst in Leipzig um 21 Prozent gestiegen sind, ist einerseits Beleg für den ungebremsten Immobilienboom, zum anderen für generelle Attraktivität der Großstädte und die wachsende Zahl der Studierenden. „Ausländische Fachkräfte und junge Berufstätige ziehen in die Städte und treiben die Preise“, sagte IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer bei Vorstellung einer Studie im April dieses Jahres.

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      Tatsächlich können die Mietpreise kurz vor Semesterbeginn zusätzlich steigen und wieder abkühlen, wenn der Erstsemesterandrang vorbei ist. Und auch ohne Kapriolen am studentischen Wohnungsmarkt kann es mehrere Monate dauern, bis ein passendes WG-Zimmer oder die richtige Wohnung für eine neu gegründete Wohngemeinschaft gefunden ist. Eine Übergangslösung zur Zwischenmiete zu beziehen, kann dann helfen, eine bessere Wohnung zu finden, rät das Maklerportal Homeday.

      Dem IW zufolge fehlt in den wichtigsten Uni-Städten geeigneter Wohnraum für Studenten. So wird der Bedarf in München nur zu 43 Prozent, in Berlin und Leipzig zu 40 Prozent oder in Kiel gar nur zu 27 Prozent gedeckt. Ein Überangebot fanden die IW-Forscher nur in Siegen und Jena. Wer sich da den Tücken des Wohnungsmarkts für Studenten lieber entziehen möchte, dem bleiben nur noch Fern-Uni oder eine Ausbildung jenseits der Großstädte.

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