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Durchschnittsgehalt DeutschlandSo viel Lohn erhalten Deutschlands Arbeitnehmer im Schnitt

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Welchen Einfluss das Geschlecht, das Bundesland oder die Branche auf Ihr Gehalt haben: ein Überblick.Sören Imöhl, Thomas Regniet 03.09.2025 - 12:00 Uhr

Durchschnittsgehalt in Deutschland: So viel verdienen die Deutschen aktuell nach Branche und Region.

Foto: Getty Images

Im Durchschnitt verdienen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer laut Daten des Statistischen Bundesamts 55.608 Euro brutto im Jahr. Jedoch bleibt dieses Gehalt für Verkäufer sowie Beschäftigte anderer systemrelevanter Berufe, wie Pflegekräfte, oftmals unerreichbar.

In der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt verdienen die Menschen in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich mehr als der Durchschnitt – doch wie setzt sich diese Summe zusammen? Wie sind die Gehaltsaussichten im bundesweiten Vergleich? Und wie schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten in Europa ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist das Durchschnittsgehalt?

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland wird jährlich vom Statistischen Bundesamt ermittelt und von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Bundesrat erhoben und veröffentlicht. Es handelt sich dabei um den Mittelwert der Bruttoverdienste aller sozialversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Wichtig: Die Daten des Statistischen Bundesamts zeigen das durchschnittliche Bruttogehalt aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland, welches auch als arithmetisches Mittel bezeichnet wird. Allerdings mahnen Kritiker, dass die Aussagekraft dieser Statistik durch den Einsatz des Medians, auch als Zentralwert bekannt, verbessert werden könnte. Der Median ist jener Wert, der sich genau in der Mitte aller individuellen Daten befindet, wenn man die Daten in aufsteigender Reihenfolge sortiert. Durch die Verwendung des Medians werden Ausreißer, wie die Gehälter von Großverdienern, nicht im Ergebnis berücksichtigt. Im Gegensatz dazu wird beim arithmetischen Mittel die Summe aller gezahlten Gehälter durch die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten geteilt, wodurch ein Millionengehalt statistisch gesehen viele geringere Gehälter ausgleichen kann.

Durchschnittsgehalt in Deutschland nach Branchen und Bundesländern

Im April 2024 verdiente ein deutscher Vollzeitbeschäftigter laut Daten des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 4634 Euro brutto im Monat. Das entspricht einem Brutto-Jahresgehalt von 55.608 Euro. Der Durchschnittslohn je Stunde lag somit bei 27,28 Euro.

Doch beim Durchschnittsgehalt der Deutschen gibt es grundsätzlich deutliche Unterschiede – das Bundesland, die Branche und das Geschlecht haben weiterhin großen Einfluss auf die Verteilung des Einkommens in der Republik.

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Das Durchschnittsgehalt in Deutschland ist branchenabhängig

Deutliche Gehaltsunterschiede gibt es insbesondere im Branchenvergleich, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. So verdienten Vollzeitbeschäftigte der Branche Finanz- und Versicherungsdienstleistungen laut dem Statistischen Bundesamt im April 2024 durchschnittlich 6182 Euro brutto, während das Gehalt im Öffentlichen Dienst bei 4791 Euro lag, im land- und forstwirtschaftlichen Sektor (inkl. Fischerei) jedoch mit 3133 Euro vergleichsweise gering ausfiel. Weiterhin gering entlohnt werden auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hotellerie- und Gastronomie. Hier gab es im Schnitt 3042 Euro.

Durchschnittliches Bruttomonatsgehalt in den einzelnen Bundesländern im Vergleich

Neben der Berufsbranche und dem Geschlecht spielt auch der Wohn- beziehungsweise Arbeitsort in Deutschland eine wichtige Rolle beim durchschnittlichen Gehalt.

Auch nach über dreißig Jahren Wiedervereinigung ist der Verdienstunterschied zwischen West- und Ostdeutschland immer noch  sichtbar. Das dokumentiert unter anderem ein neuer StepStone-Gehaltsreport. Die alten Bundesländer nehmen die ersten elf Plätze im Gehaltsvergleich ein, während die neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen am Ende der Liste stehen. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Mediangehalt von 39.500 Euro. Bundesweit macht der Gehaltsreport ein Mediangehalt von 45.800 Euro für das Jahr aus.

Wichtig dabei: Die Unternehmensgruppe gibt die Durchschnittsgehälter vorwiegend im Median und aufs Jahr gerechnet an. Basis sind dabei Daten aus dem Jahr 2024. Darüber hinaus fließen in den Report lediglich Daten von Vollzeitstellen ein. Auf diese Weise möchte das Unternehmen Verzerrungen durch Gehälter, die stark nach unten oder oben abweichen, minimieren. Rechnet man mit dem arithmetischen Mittel und berücksichtigt dieses, liegt das Durchschnittsgehalt laut dem Stepstone-Report bei 52.300 Euro. Wir zeigen die Ergebnisse der Erhebung:

„Gender Pay Gap“ – Geschlecht als ausschlaggebender Faktor beim Gehalt in Deutschland

Das Geschlecht kann ebenfalls Einfluss auf die Höhe des Gehaltes haben, wobei Frauen im Durchschnitt für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als ihre männlichen Kollegen. Laut dem Statistischen Bundesamt betrug der durchschnittliche Bruttostundenlohn 16 Prozent weniger. Auch der StepStone-Gehaltsreport für 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen 12,4 Prozent weniger verdienen als Männer. Aufs Jahr gerechnet erhält eine Frau laut den Berechnungen der Online-Jobbörse im Mittel 6100 Euro weniger. Diese Differenz beim Verdienst wird als „Gender Pay Gap“ bezeichnet. Seit 2002 hat er sich nahezu nicht verändert. Mehrere Bundesregierungen haben sich seither zum Ziel gesetzt, den „Gender Pay Gap“ bis zum Jahr 2030 auf zehn Prozent zu reduzieren. Auch im neuen Koalitionsvertrag der Merz-Regierung findet sich eine entsprechende Passage.

Die Angaben meinen dabei jeweils den sogenannten „unbereinigten Gender Pay Gap“. Dieser ergibt sich aus einer direkten Gegenüberstellung der durchschnittlichen Gehälter von Männern und Frauen, die jedoch Unterschiede bei Qualifikation, Anstellungsumfang, Alter oder branchenspezifische Eigenheiten unberücksichtigt lässt. Werden diese alters-, arbeitsmarkt- und ausbildungsspezifischen Faktoren berücksichtigt, geht es um den „bereinigten Gender Pay Gap“. Dieser soll zu einer Angleichung der statistischen Ausgangsvoraussetzungen führen und eine genauere Berechnung ergeben. Er liegt je nach Erhebung stets einige Prozentpunkte niedriger als der unbereinigte Wert und beziffert die Ungleichheit bei den Gehältern auf drei bis sieben Prozent. Das Statistische Bundesamt geht derzeit von fünf Prozent aus. Und auch der „bereinigte Gender Pay Gap“ im Stepstone-Gehaltsreport beispielsweise mit 5,7 Prozent angegeben.

Sowohl der „unbereinigte Gender Pay Gap“ als auch der „bereinigte Gender Pay Gap“ finden in Studien und Statistiken gleichermaßen Verwendung sowie Anhängerschaft und Kritik. Während Kritiker der unbereinigten Erhebung bemängeln, dass diese zu pauschal eine zu hohe Lohnlücke zwischen Männern und Frauen suggeriere, meinen die Kritiker der bereinigten Berechnung, dass bei dieser – in der Annahme, statistische Verzerrungen zu minimieren – oft geschlechterspezifische Ungleichheiten künstlich herausgerechnet würden. Der bereinigte Wert gebe die Lohnlücke daher zu niedrig an, heißt es.

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Verfügbares Nettoeinkommen – Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Staaten

Wie deutsche Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im europäischen Vergleich dastehen, zeigt die neue GfK-Kaufkraft-Studie, die das verfügbare Nettoeinkommen der Europäer ermittelt. 42 Nationen werden dabei berücksichtigt.

Von den 42 untersuchten Ländern lagen nur 16 über dem europäischen Durchschnittsnettoeinkommen. Die weiteren 26 Länder liegen teilweise deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

In Europa ist das von der GfK bezifferte Nettoeinkommen im Gesamtjahr 2024 bei 18.768 Euro pro Kopf. Europaweit liegt Liechtenstein mit einem durchschnittlich verfügbaren Nettoeinkommen von 70.180 Euro pro Kopf an der Spitze. Die Arbeitnehmer in Liechtenstein haben somit ein Nettoeinkommen, welches mehr als dreimal so hoch ist wie das europäische Durchschnittseinkommen von 18.768 Euro. Die Schweiz belegt Platz zwei mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 52.566 Euro pro Kopf. Danach folgt Luxemburg mit 41.785 Euro durchschnittlichem Nettoeinkommen.

Deutschland siedelt sich im europäischen Ranking auf Platz neun an. Die Menschen hierzulande verfügten über ein Nettoeinkommen von 27.848 Euro im Jahr 2024. Für 2025 prognostiziert GfK einen Wert von 29.566 Euro.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im November 2021 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

Lesen Sie auch: Viel viel Netto bleibt vom Brutto? Berechnen Sie Ihr Gehalt mit dem Brutto-Netto-Rechner

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