Ifo-Umfrage: Bürofläche abzugeben: Diese Branchen setzen auch künftig aufs Homeoffice
Hallo-o-o? Das Homeoffice hat viele Büroflächen überflüssig gemacht.
Foto: imago imagesCornelius Riese, Vorstandschef der DZ Bank, ist zufrieden mit der Büropräsenz seiner Mitarbeiter. Sie liege halb so hoch wie vor der Coronapandemie. Im Durchschnitt arbeiteten 40 Prozent der Beschäftigten im Büro. An der derzeit großzügigen Homeoffice-Regelung wolle die Bank nichts ändern, sagt Riese.
Zwar sind viele Unternehmen nicht so kulant wie die DZ Bank. Die Deutsche Bank beispielsweise verlangt von Führungskräften, dass sie wieder vier Tage pro Woche im Büro arbeiten. Zu viel Bürofläche sei ungenutzt, so die Bank. Die Präsenz der Mitarbeiter müsse sich besser über die Arbeitswoche verteilen. Manche Betriebe verlangen sogar wieder 100 Prozent Präsenz im Büro.
Viele Unternehmen haben jedoch akzeptiert, dass das Homeoffice Teil der neuen Arbeitswelt bleibt. Dies bestätigen Zahlen aus der neuen Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts. Danach haben bereits 6,2 Prozent der deutschen Unternehmen vor allem wegen Homeoffice ihre Büroflächen reduziert. Weitere 8,3 Prozent planen dies.
„Trotz Aufforderungen einzelner Unternehmen zur Rückkehr ins Büro hat sich das regelmäßige Arbeiten im Homeoffice etabliert“, sagt Ifo-Forscher Simon Krause. Wenig überraschend ist die Quote der Unternehmen, die Büroflächen streichen, bei großen Dienstleistern wie Banken oder Versicherern besonders groß: 11,8 Prozent haben bereits reduziert, weitere 14 Prozent planen es.
Kleine Unternehmen halten an Büros fest
Auffällig ist, dass bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen weit weniger Betriebe ihre Büroflächen reduziert haben oder es tun wollen. Dort liegt die Quote bei 4,2 Prozent für Unternehmen mit bereits umgesetzten Maßnahmen und bei 6,1 Prozent für Betriebe mit Kürzungsplänen. Im Vergleich zu Großkonzernen liegt der Anteil bei weniger als der Hälfte. Die Zahlen der Ifo-Umfrage zeigen allerdings auch, dass mehr als 90 Prozent der Unternehmen im Mittelstand ihre Büroflächen nicht verändern wollen.
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Zwar habe das Ifo-Institut gezielt nach Homeoffice als Auslöser für den Büroflächenabbau gefragt, sagt Krause. Allerdings gebe es natürlich auch andere Gründe für einen geringeren Flächenbedarf. Dazu gehöre beispielsweise die Digitalisierung von Dienstleistungen. Hinzu kämen konjunkturelle Gründe. Viele Unternehmen hätten Büroflächen gemietet, um sich auf künftiges Wachstum vorzubereiten. Dieses Wachstum sei dann häufig nicht eingetreten.
Das Ifo-Institut geht davon aus, dass langfristig die Nachfrage nach Büroflächen in allen Unternehmensgrößen um zwölf Prozent zurückgehen wird. Da die Mietverträge meist lange Laufzeiten hätten, würden die Unternehmen ihre Büroflächen sukzessive über mehrere Jahre abbauen. In der Zwischenzeit würden nicht genutzte Flächen meist an andere Unternehmen untervermietet.
Die Ifo-Prognose basiert auch darauf, dass dauerhaft und flächendeckend im Heimbüro gearbeitet wird. Nach einer Umfrage von Februar lag der Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig daheim arbeiten, bei 24,3 Prozent. Aktuelle Zahlen belegten, dass sich diese Quote nur marginal verringert habe, so das Ifo-Institut. Die Ergebnisse der entsprechenden Umfrage würden demnächst veröffentlicht.
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