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Steuerberater KostenSo entsteht die Rechnung des Steuerberaters

Ein guter Steuerberater kann bei Buchführung, Steuererklärung und Jahresabschluss helfen. Wie viel der richtige Steuerberater kostet und wie Sie ihn finden.Joshua Kodzo und Thomas Regniet 30.08.2024 - 23:59 Uhr

Steuererklärung abgeben: So viel kostet ein guter Steuerberater.

Foto: imago images

Die Komplexität des deutschen Steuerrechts ist bekannt und schon längst besteht der Mythos des kompliziertesten Steuersystems der Welt. So überfordert die Steuererklärung jedes Jahr auch Millionen deutscher Bürgerinnen und Bürger.

In manchen Fällen kann es sich daher lohnen, einen kompetenten Partner für die Steuererklärung zu beauftragen. Wie findet man den richtigen Steuerberater und wie viel darf ein Profi kosten? Die wichtigsten Fragen und Antworten in der Übersicht. 

Einkommensteuererklärung: Bis wann muss die Steuererklärung für das Steuerjahr 2024 und 2025 abgegeben werden?

Für das nun zurückliegende Jahr 2024 besteht bis zum 31. Juli 2025 Zeit, die jährliche Steuererklärung einzureichen (sofern eine Verpflichtung hierzu besteht). Für das Veranlagungsjahr 2025 fällt der Stichtag auf den 30. Juli 2026.

Wer später abgibt, muss mit Säumnis- beziehungsweise Verspätungszuschlägen des Finanzamtes rechnen. Es sei denn, ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerverein erstellt die Steuererklärung. Dann gilt eine längere Frist. Über den Steuerberater lässt sich sogar noch die Erklärung zum Veranlagungsjahr 2023 einreichen. Für die ist dann sogar Zeit bis zum 31. Mai 2025 (effektiv: 2. Juni 2025, da der 31. Mai auf ein Wochenende fällt) und für die Erklärung 2024 bis zum 30. April 2026. Die Erklärung 2025 muss über den Steuerberater am 28. Februar 2027 (effektiv: 1. März 2027) eingehen.

Wer nicht dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann dies bis zu vier Jahre rückwirkend tun. 2025 besteht demzufolge sogar noch die Möglichkeit, die Steuererklärung 2021 einzureichen. Stichtag ist der 31. Dezember 2025. Wegen der Feiertage gilt jeweils der folgende 2. Januar als allerspätestes Datum.

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Wann ist ein Steuerberater sinnvoll?

Wer besondere Ausgaben wie Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen will, kann für seine Steuererklärung grundsätzlich auf Steuer-Portale und -Programme wie Elster, Smartsteuer oder Taxfix zurückgreifen und damit seine Steuererklärung selbst erledigen. Einen Steuerberater sollten Sie hinzuziehen, wenn Sie sich mit der Thematik überfordert fühlen oder spezielles Wissen gefragt ist.

Dies kann unter anderem bei Grenzgängern der Fall sein, die zwar in Deutschland wohnen, aber in der Schweiz oder Österreich arbeiten. Aber auch bei Erbfällen oder für Anleger, die im Ausland Geld investiert haben, kann sich die Expertise eines Steuer-Fachmanns lohnen.

Selbstständige und Gewerbebetreibende kommen ebenfalls oft um einen Steuerberater nicht mehr herum. Dieser hilft vor allem bei Angaben zur Finanzbuchhaltung, dem Jahresabschluss, der Einnahmenüberschussrechnung und der Lohnabrechnung. 

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Steuerberater suchen: Wie findet man einen passenden Steuerberater?

Die Bundessteuerberaterkammer erfasste bis zum 1. Januar 2024 105.896 Mitglieder. Da kann es durchaus schwierig werden, den geeigneten Steuerberater zu finden. Vor allem Berufseinsteiger, neue Selbstständige und Laien können oft nur schwer einschätzen, welcher der richtige Steuerberater ist und vor allem, wie viel er kosten darf.

Für viele hat es sich bewährt, im persönlichen Umfeld nach Kontakten für einen Steuerberater zu suchen. So kann der Bekanntenkreis mit guten Empfehlungen bereits eine langwierige Suche im Netz ersparen. Wenn Sie online nach einem Steuerberater suchen, sollten Sie darauf achten, ob Informationen auf entsprechenden Websites nachvollziehbar und verständlich formuliert sind. Auch ein persönliches Erstgespräch kann Ihnen dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen. 

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Mandantengebühren: Wie viel kostet ein guter Steuerberater?

Wie viel ein Steuerberater an Gebühren von seinen Mandanten verlangen darf, ist in der Vergütungsverordnung für Steuerberater geregelt.

Innerhalb dieses Rahmens gibt es für Steuerberater aber einen großen Spielraum, die Gebühren festzulegen. Höhere Kosten kommen etwa dann zustande, wenn der Mandant ungeordnete oder besonders viele Dokumente einreicht. 

Die Gebühr hängt zudem maßgeblich vom Gegenstandswert ab. Das ist vereinfacht gesagt der steuerlich relevante Betrag, mit dem sich der Steuerberater in bestimmten Bereichen für den Mandanten befasst. Erstellt er für den Mandanten eine Einkommensteuererklärung, ohne einzelne Einkunftsarten separat zu ermitteln, würde der Gegenstandswert schlicht der Summe der positiven Einkünfte entsprechen. Meist gibt es jedoch Mindestwerte, hier beispielsweise 8000 Euro.

Die Gebührenverordnung gilt in der aktuellen Form seit 2022. Die Gebühren für den Steuerberater berechnen sich für gewöhnlich mit einem bestimmten Faktor. Dabei wird die Grundgebühr mit dem Faktor multipliziert. Die Grundgebühr steigt mit dem Gegenstandswert. Für Fälle, in denen es keine Anhaltspunkte für einen Gegenstandswert gibt, darf der Steuerberaterstatt statt der Wertgebühr eine Zeitgebühr ansetzen, also seinen zeitlichen Aufwand als maßgeblich sehen.

Grundsätzlich ist der Gebührenrahmen für übliche Steuerberaterleistungen folgendermaßen geregelt. Die Berechnung folgt der Formel Grundgebühr x Faktor: 

Am Beispiel der Einkommensteuererklärung lässt sich zeigen, wie sich die Gebühren für den Steuerberater berechnen. So beträgt hier die volle Gebühr nach Tabelle A der Verordnung 796 Euro. Diese Grundgebühr wird mit dem entsprechenden Faktor multipliziert. So darf der Steuerberater zwischen 1/10 und 6/10 der Grundgebühr verlangen, also 79,60 bis 477,60 Euro (ohne USt/MwSt.). Die meisten Steuerberater setzen eine mittlere Gebühr an. 

Steuerberatungskosten: Gibt es Möglichkeiten für niedrigere Gebühren?

Steuerberater sollen die Gebühren für ihre Dienstleistungen grundsätzlich transparent nach der Steuerberatervergütungsverordnung berechnen. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten jeweils als Netto-Wert und daher ohne Umsatzsteuer angegeben werden. Die kommt am Ende auf der Rechnung noch hinzu.

Im Einzelfall dürfen Steuerberater von ihren Mandanten aber auch eine höhere oder niedrigere Gebühr verlangen, als die Verordnung vorgibt. Zum Beispiel, wenn ein ungewöhnlich hoher oder niedriger Aufwand mit der Beratungsleistung verbunden ist.

In jedem Fall müssen die Kosten plausibel sein. Der Steuerberater muss jeweils in der Lage sein, zu begründen, warum mehr oder weniger berechnet wird. 


Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am Dezember 2021 bei der WirtschaftsWoche. Er wird laufend aktualisiert und wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.

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