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27 Milliarden Euro gaben 14 Länder für 23 Varianten des Hubschraubers NH-90 aus – circa doppelt so viel wie einst geplant. Quelle: PR

Der Staat verplempert Milliarden beim Waffenkauf für die Bundeswehr. Schuld sind absurde Auflagen, kleine Stückzahlen und eine Kultur des Wegschauens. Es ginge auch anders.

Man könnte sie für Kunstwerke halten. Eingewickelt in Folien liegen die Schiffe an einem Kai im Hamburger Hafen, wie Skulpturen des Verpackungskünstlers Christo. „Eingezeltet“ nennen sie das hier auf der Werft von Blohm+Voss; die Plane schützt reparaturbedürftige Schiffe mit defekter Außenfläche. Gleich neben ihnen liegt die Fregatte Baden-Württemberg, ein Kampfschiff der Bundeswehr. Es sollte längst auf den Weltmeeren unterwegs sein. Bei Vertragsabschluss 2007 einigten sich Auftraggeber und Hersteller auf eine Fertigstellung im Jahr 2014.

Die Marinesparte von Thyssenkrupp, Blohm+Voss und die Bremer Werft Lürssen haben das kleine Kriegsschiff für die Bundeswehr maßgeschneidert. Es sollte technisch hochgerüstet und zwei Jahre auf hoher See einsatzbar sein, ohne Wartung auskommen und mit wenig Personal – ein Zugeständnis an den Nachwuchsmangel der Bundeswehr. Nur 120 Marinesoldaten sind nötig für den Einsatz der Fregatte. Sie dürften sich über Fitnessräume und große Kabinen mit Internetzugang freuen.

 
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