Afghanistan Friedensgespräche mit Taliban bis Ende Februar geplant

Die USA und China stehen dahinter: Noch im Februar sollen Verhandlungen der Taliban mit der afghanischen Regierung beginnen. Doch unklar bleibt, wie das gehen soll.

Gelingt es, die Taliban zu Friedensverhandlungen zu bewegen? Quelle: AP

Die USA, China, Afghanistan und Pakistan wollen noch vor dem Monatsende direkte Verhandlungen Afghanistans mit den Taliban zur Beendigung des 15 Jahre andauernden Krieges zustande bringen. Vertreter der vier Staaten vereinbarten am Samstag in Islamabad einen entsprechenden plan. Am 23. Februar solle bei einem weiteren Treffen in Kabul der konkrete Starttermin vereinbart werden, twitterte der Sprecher des pakistanischen Präsidentenpalasts, Safar Haschemi.

Unklar blieb allerdings, wie die sich sträubenden Taliban in so kurzer Zeit an den Verhandlungstisch gebracht werden sollen. Derzeit sind die Aufständischen auf dem Schlachtfeld erfolgreich. Während der Gespräche in Islamabad waren große Teile der afghanischen Hauptstadt Kabul bereits den zehnten Tag ohne Stromversorgung, weil Taliban in der Provinz Bachlan Versorgungslinien sabotiert hatten und eine Reparatur wegen andauernder Kämpfe nicht möglich war.

Die Taliban haben Bedingungen für Friedensgespräche gestellt. Darunter waren die Abschaffung der UN-Sanktionen gegen die Taliban sowie die Freilassung von Gefangenen.

Die USA, China, Pakistan und Afghanistan riefen alle Gruppierungen der Taliban auf, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Am Ende des Versöhnungsprozesses müsse eine politische Lösung stehen, die zu dauerhaftem Frieden führe.

Der an den Gesprächen in Islamabad beteiligte amerikanische Afghanistanbeauftragte Richard Olson sagte dem „Spiegel“, die Taliban müssten sich „von Al-Kaida lösen, der Gewalt abschwören und die Verfassung“ anerkennen, wenn sie wieder eine politische Rolle in Afghanistan spielen wollten. Die Lage in Afghanistan sei schwierig. Washington werbe daher in der Nato dafür, die Milliardenhilfen für die Sicherheitskräfte bis 2020 zu verlängern.

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse hält ein Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan 2017 für möglich. Das letzte Wort habe aber die Politik. „Sollte die afghanische Luftwaffe, die wir gerade mit Hubschraubern und Flugzeugen aufbauen, im nächsten Jahr ausreichend einsatzfähig sein, so würde dies die Schlagkraft der Afghanen spürbar erhöhen“, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Samstag).

An dem Ausbildungseinsatz „Resolute Support“ sind 12.000 Soldaten beteiligt, darunter 830 Bundeswehrsoldaten. Ein für 2016 geplanter weitreichender Truppenabzug wurde wegen des Vordringens der Taliban verschoben. Künftig sollen Nato-Ausbilder sogar wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden.

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