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Asien-Reise Drei Handelsprobleme warten auf Trump

Zwölf Tage, fünf Länder, jede Menge Probleme: Auf seiner Asien-Reise will Donald Trump die Nordkorea-Krise entschärfen – und zugleich den US-Außenhandel neu austarieren. Drei Handelsprobleme sind besonders akut.

Zeitungsstand in Shanghai Quelle: AP

In den vergangenen Tagen hatten die Berater Donald Trumps viel zu tun. In etlichen Treffen bereiteten sie ihren Präsidenten auf die Asien-Reise vor. Wie nimmt man in Asien eine Visitenkarte entgegen? Welche Hemdfarbe sollte der Präsident besser meiden? Etliche solcher Details sprachen sie durch. Diplomatische Reibereien sollen um jeden Preis vermieden werden.

Dabei sind solche protokollarischen Fragen noch die kleineren Fallstricke auf Trumps Trip. Während seiner Tour durch Asien muss der US-Präsident das Nordkorea-Problem eindämmen und gleichzeitig eine Strategie für die US-Außenhandelspolitik im Pazifikraum ausloten. Es geht nach Japan, Südkorea, China, Vietnam und auf die Philippinen. Dazu kommen Auftritte bei den Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN).

Das Thema Nordkorea wird die Reise überlagern. Doch langfristig und strategisch sind die Handelsbeziehungen in der Region genauso wichtig für Trump. Während China Milliarden von Euro in Megaprojekte wie die Neue Seidenstraße investiert und so seinen Machtanspruch zementiert, sucht Washington weiter nach einer Linie in seiner Außenhandelspolitik. Auf seiner Asien-Reise muss Trump daher vor allem drei Problemfelder abräumen, die für die künftige Handelspolitik der USA entscheidend sind.

Punkt 1: Das schwierige Verhältnis zu China

Es war einer von Trumps Wahlkampfschlagern: die Erzählung von den bösen Chinesen. Immer wieder warf Trump dem Land vor, die eigene Währung zu manipulieren und mithilfe billiger Exporte Arbeitslosigkeit in die USA zu bringen. Man dürfe es nicht zulassen, dass China die USA „vergewaltige“, wetterte Trump – und kündigte Strafzölle von bis zu 45 Prozent auf chinesische Waren an. Bei seinen Wählern, vor allem im gebeutelten Rust-Belt, kam das gut an.

Das ist Donald Trump Jr.

Seitdem Trump im Amt ist, klingen seine Worte weniger scharf. Zwar will er die Stahlindustrie seines Landes weiterhin mit Zollmauern schützen. Zuletzt lobte er Chinas Staatschef Xi Jinping in einem Interview allerdings demonstrativ als „mächtigen Mann“ und „sehr gute Person“. Auch das erste Treffen von Trump und Xi Jinping im April in Florida war ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gegangen.

Bei seinem anstehenden Besuch in China steht für Trump nun ein Balanceakt an. Seine Anhänger zu Hause verlangen den unnachgiebigen „Dealmaker“ aus dem Wahlkampf, der seinen harschen Ankündigungen nun Taten folgen lässt. Andererseits weiß Trump, dass er im Nordkorea-Konflikt auf China angewiesen ist und ein Handelskrieg eine unkalkulierbare Angelegenheit ist. Genau diese Lesart trichtern ihm auch die moderateren Berater im Weißen Haus ein. Für Trump geht es darum, zwischen beiden Polen einen Mittelweg zu finden, der beide Lager befriedet.

Welcher Stoßrichtung er am Ende mehr Platz einräumt, ist unter Experten umstritten. Rolf Langhammer, Handelsexperte am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, deutet etwa das Abschieben des China-Kritikers und Wirtschaftsberaters Peter Navarro ins zweite Glied von Trumps Reisedelegation als Zeichen der Mäßigung.

Sein Kollege Josef Braml, USA-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dagegen glaubt, dass Trump in China knallhart auftreten werde. „Der Handelsüberschuss Chinas ist riesig – da hat Trump ein gewaltiges Druckmittel in der Hand“, sagt er.

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