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Atomabkommen Irans Führer schließt Verhandlungen mit den USA kategorisch aus

Bei einem Treffen mit dem japanischen Premier Abe hat Chamenei Verhandlungen mit den USA abgelehnt. Auch einen möglichen Regimewechsel schließt er aus.

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Der japanische Premier versucht zwischen den USA und Iran im Streit um das Atomabkommen zu vermitteln. Quelle: dpa

Teheran Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat Verhandlungen mit den USA kategorisch ausgeschlossen. „Der Iran vertraut den USA nicht, (...) wir haben mit den Amerikanern bereits die bittere Erfahrung beim Atomabkommen gemacht und wollen diese Erfahrung nicht wiederholen“, sagte er bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Donnerstag in Teheran. Abe hält sich zu einem Vermittlungsversuch in Teheran auf. Kein vernünftiges Land würde unter Druck und Sanktionen verhandeln wollen, erklärte der iranische Führer, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen des Irans hat.

Chamenei würdigte den guten Willen Japans als Vermittler. „Aber (US-Präsident Donald) Trump ist einer Botschaft oder einer Antwort nicht“, fügte der Ajatollah hinzu. Trump sei aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. „Wieso sollte Teheran sich auf erneute Verhandlungen mit solch einer Person einlassen“, fragte Chamenei. Außerdem sei es Trumps Ziel, einen Regimewechsel im Iran zu erzwingen. Den aber werde es nicht geben.

Das Atomabkommen von 2015 zur Verhinderung einer iranischen Atombombe war vom Iran mit den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland geschlossen worden. Es stellt die iranische Atomindustrie unter Kontrolle und sagt den Abbau westlicher Wirtschaftssanktionen zu. Die USA stiegen vor einem Jahr einseitig aus der Vereinbarung aus und setzen den Iran seitdem wieder mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck. Vor einem Monat stellte auch der Iran das Abkommen infrage und setzte den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli, um die in dem Atomabkommen vereinbarten wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Mehr: Außenpolitisch scheut der US-Präsident keine Konfrontation. Doch auch im eigenen Land kommt Trump wegen des Streits mit dem Kongress kaum voran.

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