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Ermittlungen US-Ethik-Ausschuss eröffnet Untersuchung gegen Trump-Vertrauten Gaetz

Gaetz wird verdächtigt, Minderjährige für Sex bezahlt zu haben, wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr. Der Republikaner ist ein Vertrauter Trumps.

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Der Republikaner bestreitet die Vorwürfe. Gaetz sehe sich selbst als Opfer einer „Rufmordkampagne“. Quelle: AP

Neben Staatsanwälten ermittelt jetzt auch der Ethik-Ausschuss im Repräsentantenhaus gegen den republikanischen Abgeordneten Matt Gaetz. Staatsanwälte untersuchen, ob der Vertraute von Ex-Präsident Donald Trump minderjährige Mädchen für Sex bezahlt hat oder ihnen im Austausch dafür Geschenke angeboten hat, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, die nicht namentlich genannt werden wollten. Gaetz hat jegliches Fehlverhalten vehement bestritten.

Zudem laufen breitere Ermittlungen wegen möglicher Korruption. Staatsanwälte untersuchen auch das Handeln mancher politischer Verbündeter von Gaetz und anderer Republikaner in Florida. Die Straftat, der Gaetz verdächtigt wird, lautet „sex trafficking“.

Dieser Begriff aus dem US-Recht umfasst Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und manche anderen Sexualstraftaten. Untersucht wird unter anderem eine Reise, die Gaetz mit einer Gruppe von Frauen auf die Bahamas unternahm - das FBI prüft, ob diese dafür bezahlt wurden, mit Gaetz Sex zu haben, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur AP sagte.

Die Bundespolizeibehörde untersuche auch, ob eine oder manche der Frauen später als politische Gefälligkeiten staatliche Jobs erhielten. Die Ermittlungen richteten sich auch gegen Jason Pirozzolo, der verdächtigt werde, mitgereist zu sein, sagte die Person.

Der Handchirurg und Spender für Gaetz' Wahlkampf war Mitglied des Verwaltungsrats einer für die Region Orlando zuständigen Flughafenbehörde. Das FBI hat in den vergangenen Monaten auch Gaetz' Verbindungen zu mehreren anderen einflussreichen politischen Akteuren in Florida untersucht.

Gaetz: Ermittlungen seien „Rufmordkampagne"

Auch die Ermittlungen des Ethik-Ausschusses reichten über eine mögliche Sexualstraftat hinaus, unter anderem gehe es um den Verdacht auf Korruption, sagte der demokratische Vorsitzende Ted Deutsch. Gaetz hat sich als Opfer einer „Rufmordkampagne“ dargestellt.

„Ich habe noch nicht angefangen, zu kämpfen“, sagte er am Freitagabend (Ortszeit) in Trumps Golfclub Doral in Miami. „Ich bin für den Kampf gebaut“, sagte er. „Die Verleumdungen gegen mich reichen von Verzerrungen meines Privatlebens bis zu wilden - und ich meine wilden - Verschwörungstheorien.“

Er lässt sich von dem Anwalt Marc Mukasey, ebenfalls ein Trump-Vertrauter, und der Anwältin Isabelle Kirshner vertreten. Mit Gaetz wird auch dessen Verbündeter Joel Greenberg verdächtigt, Minderjährige für Sex bezahlt oder ihnen dafür Geschenke angeboten zu haben, wie zwei Personen sagten. Der ehemalige Steuerbeamte Greenberg arbeitet auf eine Verständigung in einem gegen ihn laufenden Strafverfahren hin, im Zuge derer er mit der Justiz gegen Gaetz zusammenarbeiten könnte.

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