WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

EU-Beitritt der Türkei Zypern will Gespräche blockieren

Die Türkei soll die EU-Staaten in der Flüchtlingskrise unterstützen. Im Gegenzug verlangt Ankara schnellere Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes. Zyperns Regierung kündigte Widerstand dagegen an.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Zypern lehnt Zugeständnisse an die Türkei in der Flüchtlingskrise ab. Quelle: Reuters

Nikosia Zyperns Präsident Nikos Anastasiades hat von der Türkei erneut die völkerrechtliche Anerkennung seiner Regierung verlangt. Andernfalls werde er bestimmte Gespräche über eine EU-Mitgliedschaft der Türkei weiter blockieren, sagte Anastasiades am Dienstag. Außerdem würden so die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der Insel untergraben.

Die Türkei verhandelt mit der EU darüber, ob sie schärfer gegen Schleuser vorgeht, die Migranten von ihrer Küste in die EU übersetzen und ob sie in der EU zurückgewiesene Asylbewerber wieder zurücknimmt. Als Gegenleistung verlangt sie unter anderem schnellere Verhandlungen über eine Aufnahme in die EU.

Dazu soll Zypern sein Veto gegen 35 Verhandlungskapitel zurückziehen. Anastasiades verwahrte sich dagegen, wegen der Forderungen der Türkei für die Flüchtlingskrise in Haftung genommen zu werden. Das sei unvertretbar, kontraproduktiv und inakzeptabel sagte er.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Nach einem Staatsstreich von Anhängern einer Vereinigung Zyperns mit Griechenland hatte die Türkei den Norden der Insel besetzt. 1983 erklärte der türkische Teil seine Unabhängigkeit, was aber nur von Ankara anerkannt wurde.

Der griechische Teil Zyperns ist seit 2003 EU-Mitglied und gilt in der Union völkerrechtlich als Vertreter der gesamten Insel. Das wiederum akzeptiert die Türkei nicht, weil sie damit ihre diplomatische Unterstützung Nordzyperns aufgäbe.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%