Giftanschlag Nervengift wurde in Koffer von Skripals Tochter versteckt

Neue Ermittlungsergebnisse im Fall Skripal: Das bei der Attacke verwendete Nervengift wurde in dem Koffer seiner Tochter Julia versteckt.

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Nervengift wurde wohl im Koffer von Skripals Tochter versteckt Quelle: dpa

London Knapp zwei Wochen nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien sickern Ermittlungserkenntnisse zum Tathergang durch. Die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtete am Freitag, das bei der Attacke verwendete Nervengift sei in dem Koffer von Skripals Tochter Julia versteckt worden, bevor diese Moskau verlassen habe.

Die Behörden gingen davon aus, dass ein Kleidungsstück, ein Kosmetikartikel oder ein Geschenk damit imprägniert worden seien. Die beiden Opfer seien womöglich in Skripals Haus im südenglischen Salisbury damit in Kontakt gekommen, hieß es unter Berufung auf nicht näher beschriebene Quellen.

Nach Auskunft der Polizei war Julia Skripal am 3. März von Russland nach London geflogen. Tags darauf wurden die 33-Jährige und ihr 66-jähriger Vater bewusstlos auf einer Bank vor einem Einkaufszentrum in Salisbury aufgefunden. Sie befinden sich seitdem in kritischem Zustand in einem Krankenhaus.

Den Behörden zufolge wurden sie mit einem Mittel aus der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte vergiftet, die das sowjetische Militär in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt hatte. Auch ein Polizist, der den Fall untersuchte, wurde vergiftet. Großbritannien und seine westlichen Verbündeten USA, Frankreich und Deutschland sehen Russland hinter dem Anschlag. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

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