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Halbzeit im Weißen Haus Wie Donald Trump die Weltordnung durcheinanderwirbelt

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Der Westen zerbröselt

Gibt es die westliche Wertegemeinschaft überhaupt noch? Trump hat sie zumindest heftig ins Wanken gebracht. Beispiel G7: Die in den 70er Jahren gegründete Gruppe gilt als wichtiges Abstimmungsformat westlicher Staaten. Schon der erste G7-Gipfel mit Trump auf Sizilien verlief holprig, beim Klimaschutz blieb nichts Anderes übrig, als einen Dissens festzuschreiben.

Beim zweiten Gipfel in Kanada kam es dann zum Eklat. Auf dem Rückflug zertrümmerte Trump aus Verärgerung über den Gastgeber, Kanadas Premierminister Justin Trudeau, per Twitter die gesamte Gipfelerklärung und ließ das zweitägige Treffen damit als Farce erscheinen.

Zum westlichen Verteidigungsbündnis Nato steht Trump zwar noch. Beim letzten Gipfel in Brüssel verlieh er seiner Verärgerung über die bescheidenen Verteidigungsausgaben seiner Bündnispartner aber mit der Drohung Ausdruck, notfalls „sein eigenes Ding“ machen zu wollen. Der Effekt: Die Europäer versuchen in der Außen- und Sicherheitspolitik nun ebenfalls immer mehr ihr eigenes Ding zu machen. Gerade beim Thema Verteidigung ist die Abhängigkeit von den USA aber überwältigend: Zwei Drittel der Nato-Verteidigungsausgaben kommen von den Amerikanern.

Die USA sind kein Weltpolizist mehr

Unter Trump erheben die USA nicht mehr den Anspruch, bei allen Konflikten auf der Welt mitzumischen. „Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein“, sagte Trump kürzlich bei seinem weihnachtlichen Überraschungsbesuch bei US-Truppen im Irak. Es sei nicht fair, wenn allein die USA diese Last trügen. Seine jüngste Entscheidung, alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen und den Kampf gegen die Terrormiliz IS dort anderen zu überlassen, sorgte für einen internationalen Aufschrei und große Verunsicherung im Nahen Osten.

Auch in Afghanistan erwägt Trump eine deutliche Reduzierung der US-Truppen, was ebenfalls auf Unverständnis stößt. Manche halten Trump zu Gute, dass er die USA – zumindest bisher – in seiner Amtszeit nicht in einen neuen Krieg geführt hat. Dass er aber US-Soldaten vorzeitig aus ungelösten Konflikten heimholt, halten viele Experten für unverantwortlich und höchst gefährlich.

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