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Merkel trifft Trump "Wenigstens haben wir in einem Punkt etwas gemeinsam"

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Trump: „Die deutsche Seite hat besser verhandelt als wir“

Unmittelbar vor der Pressekonferenz sprachen Trump und Merkel mit Unternehmensbossen aus den USA wie aus Deutschland über die Aus- und Weiterbildung von Arbeitnehmern. Dabei lobte der US-Präsident Deutschland als „Vorbild“ für die Lehre, auf Englisch: apprenticeship. „Ein schönes Wort.“ Amerika wolle sicherstellen, dass die Arbeitnehmer fit für die Herausforderungen der Zukunft sind.

Vor den Pressevertretern betont der US-Präsident, er sei kein „Isolationist“. Er sei für Freihandel. Wenn dieser denn fair sei. Das sei derzeit nicht der Fall, führt Trump aus – auch und vor allem nicht mit Blick auf Deutschland.

Wie wichtig die USA für die deutsche Wirtschaft sind

Die USA importieren deutlich mehr deutsche Waren, als sie exportieren. Seit Jahren steigt das Handelsbilanzdefizit der Wirtschaftsmacht mit Europa im Allgemeinen und mit Deutschland im Speziellen. „Die deutsche Seite hat besser verhandelt als wir“, sagt Trump. Das erkenne er an. Bleiben könne das aber nicht so. „Vielleicht können wir das zumindest ausgleichen.“

Details über die geplanten Neuverhandlungen bleibt der US-Präsident schuldig. Kein Wort zu Strafzöllen, kein Wort zu dem Wunsch, die Deutschen mögen doch bitte mehr US-Produkte kaufen.

Für Angela Merkel gibt es ohnehin wenig zu besprechen und nachzuverhandeln. Und so betont sie, dass Freihandel in ihren Augen immer eine „win-win-Situation“ ist. Und überhaupt: Deutschland habe seine Befugnisse im Außenhandel an die Europäische Union abgetreten. Bilateral gäbe es also nichts zu verhandeln. Gleichwohl wünsche sie sich, dass die begonnenen Gespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen wieder aufgenommen werden. „Ich hoffe, dass wir zurück an den Verhandlungstisch kehren“, sagt Merkel. Zuversichtlich klingt sie gleichwohl nicht.

Vor der versammelten Presse vermeidet die Kanzlerin dennoch weitere Provokationen. Sie spricht von einem „guten und sehr offenen ersten Austausch“. Konfliktfrei, das gibt Merkel zu, seien die Gespräche nicht gewesen. Dennoch gelte es Lösungen zu finden „die für beide gut sind“. Es müsse schließlich fair sein. Wie diese aussehen können, ist derzeit völlig offen.

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