Nordkorea: Botschaft in Polen illegal vermietet
Wie das polnische Außenministerium bestätigte, hat Nordkorea keine Erlaubnis für die gewerbliche Vermietung ihrer Botschaftsräumlichkeiten in Warschau erteilt. Dennoch findet eben das seit Jahren statt: um Devisen einzunehmen, hat sich Nordkoreas Botschafter in Polen aus seiner Residenz an der Bobrowiecka Straße teilweise zurückgezogen und überlässt diese entgeltlich Firmen. Ende Februar wurde der nordkoreanische Diplomat deshalb ins polnische Außenministerium einbestellt, wo ihm schriftlich mitgeteilt wurde, dass derlei Aktivitäten illegal sind und er dies künftig zu unterlassen habe. Man habe, so das polnische Außenministerium zur WirtschaftsWoche, die Nordkoreaner dabei darüber informiert, dass für den vermieteten Teil der Botschaft nicht mehr die diplomatische Immunität nach dem Wiener Übereinkommen von 1961 gelte.
Platz 10: Venezuela
Im Gesamtranking belegt Venezuela Platz 166 und ist damit das zehntkorrupteste Land der Erde. Mit einem Korruptionsindex von 17 teilt es sich den zehnten Platz mit dem Irak. Wichtig ist dabei: Im Ranking steht ein hoher Index für ein niedriges Korruptionsniveau.
Das Bild zeigt das Gebäude der Nationalversammlung in der Hauptstadt Caracas.
Foto: APPlatz 9: Guinea-Bissau
Mit einem Index von 16 landet das westafrikanische Land Guinea-Bissau auf dem neunten Platz (Platz 168 im Gesamtranking).
Das Bild zeigt das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Bissau.
Foto: APPlatz 8: Afghanistan
Mit 15 Punkten erreicht Afghanistan Platz 8 unter den korruptesten Ländern der Welt. Das stellt eine Verbesserung zum letzten Jahr dar. Damals war das Land noch das drittkorrupteste der Welt.
Das Bild zeigt den Blick über die Hauptstadt Kabul.
Foto: REUTERSPlatz 7: Libyen
Der nordafrikanische Staat belegt den siebten Platz unter den korruptesten Ländern der Welt. Im Gesamtranking sind das 14 Punkte und Platz 170.
Das Bild zeigt Libyens Hauptstadt Tripolis.
Foto: dpaPlatz 7: Sudan
Ebenfalls Platz 170 im Gesamtranking und 14 Punkte sorgen dafür, dass auch der Sudan auf Platz 7 landet.
Das Bild zeigt den autoritär regierenden Präsidenten Umar al-Baschir.
Foto: REUTERSPlatz 7: Jemen
Auch das Bürgerkriegsland Jemen belegt den siebten Platz unter den korruptesten Staaten der Erde.
Das Bild zeigt die Hauptstadt Sanaa, die zur Zeit von Rebellen besetzt ist.
Foto: dpaPlatz 4: Syrien
Der seit Jahren in Syrien herrschende Bürgerkrieg macht sich auch bei der Platzierung des Landes im Korruptionsranking bemerkbar. Syrien belegt mit 13 Punkten den vierten Platz.
Das Bild zeigt die vom Krieg zerstörte Stadt Aleppo.
Foto: dpaPlatz 3: Nordkorea
Das drittkorrupteste Land der Erde ist das abgeschottete Nordkorea. Im Gesamtranking landet es mit 12 Punkten auf Platz 174.
Das Bild zeigt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un.
Foto: dpaPlatz 2: Südsudan
Der jüngste Staat der Erde ist zugleich auch der zweitkorrupteste. Der Südsudan belegt im Gesamtranking den vorletzten Platz. Mit 11 Punkten im Index.
Das Bild zeigt Salva Kiir Mayardit, den Präsidenten des Südsudans.
Foto: dpaPlatz 1: Somalia
Wie auch im vergangenen Jahr geht der traurige erste Platz an Somalia. Das Land ist mit nur 10 Punkten das korrupteste der Erde. Auf dem Bild sind Bündel der somalischen Währung Schilling zu sehen.
Foto: REUTERS
Für das chronisch klamme Nordkorea sind die Mieteinnahmen dringend benötigte Devisen. Das Land ist aufgrund der seit Jahren andauernden Sanktionen der internationalen Gemeinschaft in einer wirtschaftlich prekären Lage. Die Diktatur von Staatschef Kim Jong Un versucht deshalb über ihre Botschaften auf der ganzen Welt an ausländische Gelder zu kommen, um diese in den Ausbau des Nuklearprogramms zu investieren. Erst kürzlich war der Fall der nordkoreanischen Vertretung in Berlin bekanntgeworden, die seit über zehn Jahren einen Teil ihrer Gebäude an ein Hostel vermietet und dabei nach auch noch fast zehn Millionen Euro Steuerschuld beim Land Berlin anhäufte. Die Auslandsvertretungen fungieren in der sozialistischen Diktatur quasi als profit center: üblicherweise erhält nur der Botschafter ein Gehalt aus Pjöngjang. Alle anderen Mitglieder des diplomatischen Corps müssen sich ihr Auskommen selbst erwirtschaften. Mindestens eine halbe Milliarde US-Dollar, schätzen Experten, hat das Land im vergangenen Jahr durch legale und illegale Geschäfte im Ausland eingenommen.
Schon im November 2016 beschloss die internationale Gemeinschaft im Rahmen ihrer Sanktionsmaßnahmen daher, derlei Geschäfte künftig zu unterbinden. Auch die Europäische Union sucht derzeit gemeinsam Wege, den Botschaften das Geschäft zu ruinieren. „Wir weisen darauf hin, dass derlei Probleme auch in anderen europäischen Ländern existieren“, so das polnische Außenministerium gegenüber der WirtschaftsWoche.
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