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Ostsee-Pipeline Baerbock gegen Betriebserlaubnis für Nord Stream 2

Nord Stream 2: Die Bundesnetzagentur prüft derzeit den Antrag auf eine Zertifizierung. Quelle: REUTERS

Die Grünen-Chefin Annalena Baerbock plädiert dafür, Nord Stream 2 vorerst keine Betriebserlaubnis zu erteilen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber „ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet“.

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Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich dafür ausgesprochen, zunächst keine Betriebsgenehmigung für die Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream 2 zu erteilen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber der Pipeline „ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet“, sagte sie der Funke Mediengruppe. „Solange das ein und derselbe Konzern ist, darf die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden.“ Baerbock warf Russland ein „Pokerspiel“ mit den Energiepreisen vor und mahnte: „Wir dürfen uns nicht erpressen lassen.“ Zuvor hatte Russland einem Medienbericht zufolge von Deutschland eine Zertifizierung der Pipeline noch vor dem noch vor der Frist am 8. Januar verlangt.



Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, erwartet nach eigenen Angaben, dass auch die kommende Bundesregierung an der Erdgas-Fernleitung Nord Stream 2 festhalten wird. „Das Projekt entspricht den Interessen der deutschen Wirtschaft und der Bevölkerung. Es garantiert die Energiesicherheit“, sagte Netschajew der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). Außerdem sei es ein Projekt mehrerer europäischer Länder. Erdgaslieferungen seien „kein politisches Druckmittel“ für Russland, „sondern ein gutes Geschäft für alle Beteiligten“, sagte Netschajew.

Die rund 1200 Kilometer lange Leitung soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit den Antrag auf eine Zertifizierung. Eine Entscheidung könnte aber auch erst im Januar fallen. Dabei geht es insbesondere um Baerbocks Punkt, wonach die Gasproduktion und der Gastransport getrennt sein müssen.

Mehr zum Thema: An der Zapfsäule gibt es jetzt die Quittung für den ESG-Trend in der Finanzindustrie und die Klimapolitik der Bundesregierung. Ein Mittel, die Belastungen durch hohe Energiepreise zu lindern, ist der Kauf von Ölaktien. Die Industrie schwimmt derzeit im Geld, die Aktien sind günstig.

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