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Porträt Hardliner Davis sagt „No“ zum weichen Brexit

David Davis galt schon einmal politisch als abgeschrieben. Nun tritt er als Großbritanniens Brexit-Minister zurück. Ein Porträt.

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Seit 1987 sitzt der Politiker im britischen Parlament. Quelle: dpa

London Wenn David Davis in Erklärungsnot geriet, hatte er stets eine Wunderwaffe parat: Er lächelte siegessicher. Auch wenn er damit die zahlreichen Widersprüche des Londoner Brexit-Kurses nicht auflösen konnte, gab es ihm den Anschein der Überlegenheit. Kritiker bezeichneten ihn als „skrupellosen Bluffer“. Mehrmals hatte er in den vergangenen zwei Jahren mit Rücktritt gedroht, nun hat er ernst gemacht. Ausschlag gab der neue Brexit-Kurs von Premierministerin Theresa May.

Mit einem tollkühnen Abendspaziergang auf den Zinnen einer mittelalterlichen Burg soll sich David Davis einst den Respekt seiner Parteikollegen erworben haben. Vor einer staunenden Dinner-Gesellschaft, heißt es, sei der Konservative mit den Händen in den Hosentaschen auf den meterhohen Mauern balanciert. Ein Husarenstück, das ihm den Ruf eines furchtlosen Machers einbrachte.

Doch als die Briten im Juni 2016 über den Austritt aus der Europäischen Union abstimmten, galt Davis politisch bereits als abgeschrieben. Zweimal hatte er sich um den Vorsitz der Konservativen Partei beworben, beide Male war er gescheitert. Im Streit über Anti-Terror-Gesetze verließ er 2008 das Schattenkabinett von David Cameron und nahm auf einer der hinteren Bänke des Parlaments Platz.

Das Blatt wendete sich mit dem Brexit-Votum. Cameron trat ab, und die neue Premierministerin Theresa May holte den erzkonservativen Davis als Brexit-Minister in ihr Kabinett. Als vehementer Austrittsbefürworter und ehemaliger Staatssekretär für Europafragen schien er genau die richtige Wahl zu sein. In Brüssel hatte er sich einst als „Monsieur Non“ einen Namen gemacht. Er soll May geraten haben, eine möglichst harte Position gegenüber der EU einzunehmen.

Doch als Brexit-Minister kam Davis in den vergangenen Monaten kaum zum Zug - May hat sich das Heft beim geplanten EU-Austritt nicht aus der Hand nehmen lassen. Spätestens als sein wichtigster Brexit-Experte, Olli Robbins, in das Büro der Premierministerin wechselte, war klar, wer die Verhandlungen führte.

Öffentlich trat Davis wenig in Erscheinung. Für Ärger sorgten zudem beleidigende Äußerungen über eine Labour-Abgeordnete, wofür er sich entschuldigen musste. Manchmal schien er im Parlament und bei EU-Treffen schlecht vorbereitet zu sein. Ein Ex-Berater beschimpfte ihn als faul.

Eine Karriere als Politiker war Davis nicht in die Wiege gelegt. Er wurde 1948 im nordenglischen York in schwierige Verhältnisse geboren. Seinen Vater soll Davis kaum gekannt haben. Schon früh musste er sich gegen einen tyrannischen Stiefvater durchsetzen.

Als Reservist in einer Spezialeinheit der britischen Luftwaffe verdiente er sich das Geld, um sein Studium zu finanzieren. Mit großem Ehrgeiz kletterte er die Erfolgsleiter hoch: Er war Versicherungsangestellter, studierte Informatik und Betriebswirtschaftslehre und schaffte es bis an die amerikanische Elite-Uni Harvard. Danach arbeitete er 17 Jahre lang im Management eines Lebensmittelkonzerns. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Seit 1987 sitzt Davis im britischen Parlament. Er gehört dem rechten Flügel seiner Partei an und sprach sich beispielsweise für die Einführung der Todesstrafe aus. Gleichzeitig war er ein bedingungsloser Kämpfer für Bürgerrechte. Er klagte erfolgreich vor dem Europäischen Gerichtshof gegen ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, das von May in ihrer Zeit als Innenministerin eingebracht worden war.

In Sachen Einwanderung zeigte er sich als Hardliner. Als innenpolitischer Sprecher seiner Partei zwischen 2003 und 2008 hatte Davis immer eine Beschränkung der Zuwanderung gefordert. Auch das machte ihn zum geeigneten Brexit-Minister. Für die eingefleischten EU-Gegner in der Konservativen Partei galt er als Garant, dass die Regierung das Brexit-Votum des Volkes umsetzt.

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