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Präsident der American Chamber of Commerce in Germany „Als Amerikaner bin ich beschämt“

Frank Sportolari ist Präsident der American Chamber of Commerce in Germany, der größten bilateralen Wirtschaftsvereinigung Europas. Quelle: imago images

CEOs sind erschüttert über den Sturm aufs Kapitol. Deutsche Unternehmen werden den amerikanischen Markt trotzdem nicht meiden, erklärt Frank Sportolari, Präsident der American Chamber of Commerce in Germany. Das ergibt eine Blitzumfrage der größten deutschen Unternehmen.

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Frank Sportolari ist Präsident der American Chamber of Commerce in Germany, der größten bilateralen Wirtschaftsvereinigung Europas. Zu ihren Mitgliedern gehören Großunternehmen verschiedener Branchen, darunter Bayer, die Deutsche Bank, Henkel, Pfizer Deutschland und Siemens. Hauptberuflich arbeitet der US-Amerikaner als Deutschlandchef des Logistikers UPS.

WirtschaftsWoche: Herr Sportolari, was kam Ihnen in den Sinn, als Sie von den Ausschreitungen in den USA erfahren haben?
Frank Sportolari: Als Amerikaner habe ich mich geschämt, dass so etwas passieren kann. Es hat mir sehr weh getan zu sehen, wie das größte Heiligtum der US-Demokratie überrannt werden konnte. Die Menschen wurden aufgehetzt und man fragt sich, wie so etwas passieren kann. Die Leute sind verzweifelt.

Ist Donald Trump schuld?
Die Konfrontation währt schon lange. Die politischen Gräben sind tief, beide Parteien führen erbitterte Auseinandersetzungen und Trump hat mit seiner Kommunikation zur aufgehetzten Stimmung beigetragen – jetzt haben wir das Resultat.

CEOs internationaler Konzerne melden sich auf Twitter empört zu Wort. Was denken Sie, welche Auswirkungen haben die Geschehnisse der vergangenen Nacht auf die Weltwirtschaft?
Deutsche und amerikanische Unternehmer haben während der Amtszeit Donald Trumps die unzuverlässige Politik der USA beklagt. Das haben wir im Business Barometer der American Chamber of Commerce gesehen. Was gestern passiert ist, wird die Sorgen der Unternehmer verstärken. Sie sind über die Ausschreitungen erschüttert. Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch sehr stark. Deshalb werden deutsche Unternehmen den US-amerikanischen Markt nicht meiden. 90 Prozent der Konzernchefs sind der Meinung, dass sich der Wechsel das Präsidenten positiv auf die Weltwirtschaft auswirken wird.

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    Das ergab eine Blitzumfrage unter unseren Mitgliedsunternehmen direkt nach der Wahl. Mit Biden besteht Hoffnung, dass sich die US-Politik erholen wird. Außerdem konnten die Kongressabgeordneten wenige Stunden später ihre Arbeit fortsetzen und Joe Biden als „President elect“ im Amt bestätigen. Es hat sich gezeigt, dass die demokratischen Prozesse in den USA funktionieren. Das sehen auch die Verantwortlichen großer Konzerne.

    Sollte Trump in seinen letzten Tagen im Amt abgesetzt werden? Wieviel Schaden kann er noch verursachen?
    Donald Trump hat mittlerweile eine geordnete Machtübergabe angeordnet. Die Demokratie hat sich durchgesetzt. Donald Trump hat die Wahl verloren.

    Mehr zum Thema: Nach den Unruhen in Washington melden sich die Chefs großer Konzerne deutlich zu Wort. Wie genau, das zeigen diese Posts.

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