Russland-Affäre Ermittler nehmen Kushners Geschäftskontakte unter die Lupe

Die Russland-Affäre bedrängt die US-Regierung weiter. Nun rücken Geschäftskontakte Jared Kushners stärker in den Fokus der Ermittler.

Die Ermittler überprüfen verstärkt die ausländischen Geschäftskontakte von Donald Trumps Schwiegersohn. Quelle: dpa

WashingtonBei den Untersuchungen in der Russland-Affäre rücken einem TV-Bericht zufolge die ausländischen Geschäftskontakte des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, stärker in den Fokus der Ermittler. Dabei gehe es darum, ob Kushners Gespräche über Finanzierungsmöglichkeiten für die Immobilienfirma seiner Familie Einfluss auf die Politik des Präsidialamtes gehabt hätten, berichtete der Sender NBC am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Sonderermittler Robert Mueller habe Zeugen befragt, vor allem über Gespräche mit Personen aus Katar und der Türkei, aber auch aus Russland, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Insbesondere die Kontakte nach Katar sind dem Bericht zufolge von besonderem Interesse für die Ermittler. Kushners Familienunternehmen sei bei der Suche nach Geldgebern für ein milliardenschwer verschuldetes Immobilienprojekt in New York mehrfach an Katar herangetreten.

Diese Gespräche hätten angedauert, als Kushner als Berater ins Weiße Haus gewechselt und im Zuge dessen die Führung seiner Geschäfte abgegeben habe, berichtete NBC. Nach dem Scheitern der Verhandlungen habe sich das Präsidialamt vehement hinter die Wirtschaftsblockade des Golf-Staates durch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wegen des Vorwurfs der Terror-Unterstützung im vergangenen Juni gestellt.

Ein Sprecher von Mueller wollte sich nicht dazu äußern. Ein Sprecher von Kushners Anwalt bezeichnete den Bericht als Unfug ungenannter Quellen und eine Desinformationskampagne, um die Medien in die Irre zu führen. Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des Wahlkampfs 2016 geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Die Regierung in Moskau und Trump bestreiten dies.

Die New Yorker Bankenaufsicht hatte einem Insider zufolge kürzlich von der Deutschen Bank und anderen Instituten Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zu Kushner gefordert. Die „Washington Post“ berichtete vor wenigen Tagen zudem, in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel und Mexiko sei überlegt worden, wie sich Kushners angebliche finanzielle Schwierigkeiten, unternehmerische Aktivitäten und mangelnde außenpolitische Erfahrung ausnutzen ließen, um ihn zu beeinflussen.

Kushner wurde zuletzt im Weißen Haus der Zugang zu streng vertraulichen Geheimdienstinformationen entzogen. Die konkreten Hintergründe blieben zunächst unklar.

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