Waldbrände: So umhüllt eine Rauchwolke gerade New York City
Auf dem Satellitenfoto ist die dicke Rauchwolke über New York City, im Bild Long Island, am Mittwochabend zu erkennen.
Foto: WirtschaftsWocheAuf Social Media sorgen die Fotos für Erstaunen: „Mars oder Manhattan?“, fragt eine verdutzte Twitter-Nutzerin. Ein Foto, das sie teilt, zeigt die Skyline New Yorks – aber Gebäude wie das Empire State Building sind schlicht verschwunden.
Der Rauch Hunderter schwerer Waldbrände im Osten Kanadas hat Teile der US-Ostküste völlig eingehüllt. Unter anderem in New York verbreitete sich ein dichter, nebliger Schleier und der Himmel färbte sich zeitweise orange. Es roch nach Feuer, der Rauch war fühlbar in Hals sowie Augen und sorgte für Kopfschmerzen.
Es ist auch ein Negativ-Rekord: New York hat die schlechteste Luftqualität der Welt. Im internationalen Ranking liegt die Millionenmetropole vor Neu-Delhi und Dubai. Der Luftqualitätsindex von New York City lag am Mittwochabend bei 332. Je höher der Wert des Luftqualitätsindex, desto höher ist die Luftverschmutzung. Zum Vergleich: Dubai hatte am Mittwochabend einen Luftqualitätsindex von 170, Neu-Delhi von 156.
Die Luftverschmutzung in der Metropole ist deutlich zu erkennen. Hier zu sehen ist der Anteil an Kohlenmonoxid in der Luft.
Foto: WirtschaftsWocheDie Menschen in New York wurden aufgefordert, sich so weit wie möglich drinnen aufzuhalten, anstrengende körperliche Aktivitäten zu vermeiden und die Fenster zu schließen. Schulen und Kindergärten sagten sämtliche Outdoor-Aktivitäten ab, viele andere Veranstaltungen unter freiem Himmel sowie einzelne Theatervorführungen fielen ebenfalls aus.
Auf den Straßen waren deutlich weniger Menschen als sonst unterwegs, viele trugen ihre alten Corona-Masken. In den Häuserschluchten nahm nicht nur die Sichtweite deutlich ab, der Rauch wurde für Millionen auch körperlich spürbar. „Es riecht wie bei 9/11“, kommentierte eine New Yorkerin in Erinnerung an die Terroranschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001.
Der Rauch hunderter schwerer Waldbrände im Osten Kanadas hat Teile der US-Ostküste völlig eingehüllt. New York City erinnert an apokalyptische Szenen.
Foto: PrivatDie Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul, sprach von einer „Notfallkrise“ und kündigte an, eine Million Mund-Nasen-Masken verteilen zu wollen. Der Extremzustand könne noch mehrere Tage anhalten. „Die Menschen müssen sich auf einen langen Zeitraum vorbereiten.“
UN-Generalsekretär António Guterres veröffentlichte ein Foto von sich auf Twitter, das ihn im UN-Hauptquartier vor einer deutlich von Rauch eingehüllten New Yorker Skyline zeigte. „In unserem UN-Hauptquartier können wir die sich verschlechternde Luftqualität fühlen, während der Rauch von den Waldbränden in Kanada nach Süden zieht“, schreibt Guterres. „Angesichts des Anstiegs der globalen Temperaturen muss das Risiko von Waldbränden dringend gesenkt werden. Wir müssen Frieden mit der Natur schließen. Wir können nicht aufgeben.“
Mit Material der dpa.
Lesen Sie auch: Volker Wissing und die Klima-Bummler