Weltwirtschaftsforum: WEF sucht Antworten auf zunehmende Ungleichheit und Populismus
World Economic Forum (WEF) in Davos.
Foto: REUTERSAngesichts wachsender sozialer Spannungen und Erfolgen von Populisten sucht das Weltwirtschaftsforum auf seiner 47. Jahrestagung nach „anpassungsfähiger und verantwortungsbewusster“ Führung. Im Schweizer Wintersportort Davos diskutieren von diesem Dienstag (17.01.) an etwa 3000 Spitzenpolitiker, Top-Manager Wissenschaftler und Chefs von Nichtregierungsorganisationen über Antworten auf aktuelle Probleme.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) unter dem Motto „Responsive and Responsible Leadership“ steht in diesem Jahr im Schatten der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington am 20. Januar, dem letzten Tag des Gipfeltreffens.
Chinas Staatschef Xi Jinping
Er ist der „Star“ des diesjährigen Wirtschaftstreffens: Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping reist an der Spitze einer großen Delegation erstmals nach Davos. Peking hat nach Expertenmeinung seit dem Wahlsieg Trumps und dem Brexit-Votum seine Bemühungen forciert, mithilfe regionaler Freihandelsabkommen und der Bereitschaft zum Kampf gegen den Klimawandel eine gewichtigere weltpolitische Rolle zu spielen.
Foto: APUS-Außenminister John Kerry
Kerry ist der am meisten gereiste Außenminister in der Geschichte der USA. Zum Abschluss seiner letzten Reise als Chefdiplomat wird er am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen. Zwei Tage später wird Donald Trump zum US-Präsidenten vereidigt. Der ehemalige Ölunternehmer Rex Tillerson soll Kerrys Amtsnachfolger werden.
Foto: REUTERSTrump-Berater Anthony Scaramucci
Prominente Namen aus dem Umfeld des künftigen US-Präsidenten sucht man vergebens. Lediglich der Name Anthony Scaramucci taucht auf der Teilnehmerliste auf. Der New Yorker Financier soll Trump künftig als Berater im Weißen Haus zur Seite stehen.
Foto: APUS-Vizepräsident Joe Biden
Die Delegation der abtretenden Regierung Obama ist hingegen ziemlich hochkarätig besetzt. Neben Außenminister John Kerry reist auch Vizepräsident Joe Biden nach Davos.
Foto: APIWF-Chefin Christine Lagarde
Auch Christine Lagarde kann man in Davos antreffen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde erst kürzlich von einem Gericht für schuldig erklärt, in ihrer Zeit als französische Finanzministerin fahrlässig gehandelt zu haben.
Foto: APSaudischer Energieminister Khalid al-Falih
Nachdem sich die Opec-Mitglieder und Nichtmitglieder auf eine Ölförderquote geeinigt haben, wird mit Spannung erwartet, ob sich alle Förderstaaten an das Abkommen halten. Saudi-Arabien hat laut Energieminister Khalid Al-Falih seine Ölförderung erst kürzlich auf weniger als 10 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Die Förderung liegt damit unter dem mit dem Ölkartell Opec und anderen Ölförderländern vereinbarten Niveau.
Foto: REUTERSFacebook-Managerin Sheryl Sandberg
Ein zentrales Thema in Davos: Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für die Menschheit? Unter den IT-Vertretern sticht vor allem der Name von Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg heraus.
Foto: APUS-Schauspieler Matt Damon
Auch Hollywood ist beim Weltwirtschaftsforum 2017 vertreten. Matt Damon wurde schon 2014 bei dem Treffen mit dem Crystal Award ausgezeichnet, weil er sich für einen leichteren Zugang zu Trinkwasser stark macht.
Foto: REUTERSAl Gore
Wenn es um die Rettung der Welt geht, darf er nicht fehlen. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore kämpft seit Jahren für ehrgeizige globale Klimaschutzziele.
Foto: APEZB-Direktor Benoît Cœuré
Die EZB wird in Davos von Notenbank-Direktor Benoît Cœuré vertreten.
Foto: DPAShakira stellt Video zu WM-Song vor
Glamour bringt die Sängerin und Unicef-Botschafterin Shakira nach Davos. Sie wird in diesem Jahr für ihr soziales Engagement mit dem Crystal Award ausgezeichnet.
Foto: DPAPremierministerin Theresa May
Als einzige Vertreterin der G7-Staats- und Regierungschefs reist Theresa May nach Davos. Die britische Premierministerin Theresa May will am Dienstag eine Grundsatzrede zum geplanten Brexit halten.
Foto: DPAEurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem
Die zweieinhalbjährige Amtszeit von Jeroen Dijsselbloem als Eurogruppen-Chef läuft Ende des Jahres aus. In der Euro-Zone wird schon länger diskutiert, ob der Vorsitzende der Eurogruppe seinen Job permanent ausüben sollte. In Davos hat Dijsselbloem die Möglichkeit, Flagge zu zeigen.
Foto: REUTERSUS-Schauspieler Forest Whitaker
Im neuesten „Star Wars“-Streifen rettet Forest Whitaker die junge Rebellin Jyn Erso vor den Häschern des Imperiums. Nun kämpft er auch in Davos für die gute Seite der Macht.
Foto: APAlibaba-Gründer Jack Ma
Natürlich steht Donald Trump auch im Mittelpunkt des Weltwirtschaftsforums. Der Gründer der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, will mit einem großen Job-Versprechen die Wogen im aufkommenden Handelsstreit zwischen den USA und China glätten. Er stellte kürzlich bei einem Treffen mit dem künftigen US-Präsidenten eine Million neue Arbeitsplätze in Amerika in Aussicht.
Foto: APBill Gates
Microsoft-Gründer Bill Gates will in Davos seinen Plan zur weltweiten Armutsbekämpfung vorantreiben.
Foto: REUTERSFormel-1-Weltmeister Nico Rosberg
Nur fünf Tage nach dem Gewinn seines ersten WM-Titels hat Nico Rosberg seine Formel-1-Karriere beendet. In Davos will er Politikern und Wirtschaftsbossen zeigen, was sie von einem Motorsportler lernen können.
Foto: DPANobelpreisträger Joseph E. Stiglitz
Trumps Präsidentschaft ist eine historische Zäsur – auch wenn es mit ihm weitergehen wird wie bisher. Republikaner und Demokraten müssen sich neu definieren. Die Folgen für den Rest der Welt hat Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz erst kürzlich im Handelsblatt beschrieben.
Foto: DPABundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
Aus Deutschland sind unter anderem Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) sowie zahlreiche Chefs von Dax-Konzernen dabei.
Foto: REUTERSMichel Sapin
Auch Schäubles französischer Amtskollege Michel Sapin wird in Davos anwesend sein.
Foto: REUTERSSüdafrikas Präsident Jacob Zuma
Auch eine Reihe von Präsidenten hat sich für das Weltwirtschaftsforum angekündigt. Darunter auch der von Korruptionsvorwürfen bedrängte südafrikanische Präsident Jacob Zuma.
Foto: DPAKolumbiens Präsident Juan Manuel Santos
Ebenfalls in Davos anwesend: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit mehr als 220.000 Toten und fünf Millionen Binnenflüchtlingen hatten sich die kolumbianische Regierung und die Farc-Guerilla Ende vergangenen Jahres auf ein Friedensabkommen geeinigt.
Foto: APUkrainischer Präsident Petro Poroschenko
Aus der Ukraine kommt Petro Poroschenko nach Davos. Russland entsendet derweil eine relativ unbedeutende Delegation.
Foto: DPAAngela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt zum zweiten Mal in Folge nicht am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Gründe dafür nannten weder die Regierung in Berlin noch die Veranstalter. Die Kanzlerin hatte bereits 2016 das Gipfeltreffen abgesagt, bei dem sie zuvor ein „Stammgast“ gewesen war. Auch der scheidende französische Präsident François Hollande wird in diesem Jahr fehlen.
Foto: REUTERSSo drehen sich zahlreiche Veranstaltungen um Trump und seinen möglichen protektionistischen Wirtschaftskurs. Aus dem Übergangsteam des Republikaners wird der frühere Hedgefonds-Manager Anthony Scaramucci in Davos erwartet. Aber auch die Zukunft der Europäischen Union nach dem Brexit-Votum der Briten nimmt großen Raum ein - geplant ist eine Rede der britischen Premierministerin Theresa May.
Die Eröffnungsrede hält am Dienstag der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping. Er hatte sich im Vorfeld für Globalisierung und internationale Freihandelsabkommen stark gemacht und zugleich populistische Tendenzen scharf kritisiert. Es ist das erste Mal, dass ein chinesischer Präsident am WEF teilnimmt. Erwartet werden auch der neue UN-Generalsekretär António Guterres sowie Dutzende Staats- und Regierungschefs.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird hingegen das zweite Jahr in Folge fernbleiben. Aus der Bundesregierung reisen Finanzminister Wolfgang Schäuble, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Gesundheitsminister Hermann Gröhe (alle CDU) an.
Weitere zentrale Themen sind die wachsende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit, die Folgen der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0) und der Klimawandel. Auch die Kriege in Syrien und dem Irak spielen eine wichtige Rolle.
Bereits am Montagabend sollte die deutsche Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter für ihren Einsatz um musikalische Erziehung vom WEF ausgezeichnet werden. Eine Ehrung sollten auch die Pop-Sängerin und Unicef-Botschafterin Shakira sowie der Hollywood-Schauspieler und Aktivist Forest Whitaker erhalten.
Bis zu 5000 Soldaten bewachen das Treffen in dem noblen Skiort, Militärjets kontrollieren den Luftraum.