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Wikileaks-GründerErmittlungen gegen Julian Assange eingestellt

Die Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange wurden nach sieben Jahren eingestellt. In Schweden waren ihm Sexualstraftaten vorgeworfen worden. Assange hielt sich fünf Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. 19.05.2017 - 18:10 Uhr

Wikileaks-Gründer Julian Assange ballt auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador in London die Faust. Schweden hatte zuvor die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange überraschend fallengelassen.

Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft in Stockholm kündigte am Freitag an, die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange aus dem Jahr 2010 nicht weiter zu verfolgen. Die Ermittlungen gegen ihn könnten nur weitergeführt werden, wenn sich Assange einem Prozess in Schweden stelle, begründeten die Staatsanwälte ihre Entscheidung.

Der Australier lebt seit fast fünf Jahren im selbstgewählten Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London, weil er eine Auslieferung befürchtet. Er hat kritisiert, dass er sieben Jahre lang ohne Anklage festgehalten worden sei. Fünf Jahre davon habe er in der ecuadorianischen Botschaft in London verbringen müssen. "Das kann ich nicht vergeben und nicht vergessen", sagte Assange am Freitag. Das sei nicht das, "was wir von einem zivilisierten Staat erwarten".

Mit gereckter Faust hat er sich am Freitag auf dem Balkon der Botschaft der internationalen Presse gezeigt und dem Staat Ecuador sowie den Vereinten Nationen für die Unterstützung gedankt. Die Entscheidung der schwedischen Justiz bezeichnete er als "wichtigen Sieg" – laut Medienberichten erwägt er eine Klage gegen den schwedischen Staat. "Es geht nicht um Geld, sondern um Restitution", zitierte das schwedische Radio seinen Anwalt Per E. Samuelson. Der Anwalt glaube, dass Assange auf lange Sicht versuchen werde, nach Ecuador zu auszureisen.

Julian Assange

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Doch das Vereinigte Königreich drohe, ihn beim Verlassen der Botschaft Ecuadors zu verhaften, sagte er am Freitag auf dem Balkon der Vertretung. Assange hat außerdem darauf gepocht, ein Recht auf politisches Asyl zu haben. Daher sei die Behauptung, man könne ihn in Großbritannien festnehmen, "nicht haltbar". Der Konflikt mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten sei noch nicht beendet. Ob er die ecuadorianische Botschaft demnächst verlasse, ließ der Wikileaks-Gründer bei seinem Auftritt offen. Die Plattform Wikileaks werde ihre Veröffentlichungen fortsetzen.

dpa
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