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Zweite Station Merkel besucht bei China-Reise Innovationshochburg

China arbeitet mit Hochdruck an künstlicher Intelligenz und neuen Technologien. In Shenzhen will Merkel zeigen, dass Deutschland versucht mitzuhalten.

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Merkel hält sich zu einem zweitägigen Besuch in der Volksrepublik China auf. Quelle: dpa

Shenzhen Zunächst traf Merkel den Gouverneur der Provinz Guangdong, Li Xi, und nahm an der Eröffnung einer Innovationsplattform der deutschen Außenhandelskammer teil. Auf dem Programm stand anschließend der Besuch eines Siemens-Werks, in dem seit 2002 bildgebende Geräte zur Gesundheitsdiagnostik produziert werden. Siemens hat in China 65 Standorte mit zusammen über 32.000 Mitarbeitern.

Die Krisen um Nordkorea und den Iran hatten Merkels elften Besuch in China überschattet. Die Kanzlerin war am Vortag in Peking mit Chinas Regierungschef Li Keqiang und Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammengetroffen. Die Absage des Gipfeltreffens von Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un durch den US-Präsidenten überraschte die Kanzlerin am späteren Abend nach Abschluss der Gespräche.

Ohne öffentlich auf die Entscheidung Trumps einzugehen, flog die Kanzlerin am Freitagmorgen nach Shenzhen weiter. Die Provinz Guangdong ist ein führender Produktionsstandort und die wirtschaftlich stärkste Provinz Chinas. Sie trägt rund zehn Prozent zum nationalen Bruttoninlandsprodukt bei. Nach den Erwartungen der Provinzregierung könnte Guangdong in diesem Jahr sogar die Wirtschaftsleistung Spaniens oder Russlands überflügeln.

Die Lokalregierung investiert gezielt in Zukunftstechnologien wie das autonome und vernetzte Fahren mit dem dazu notwendigen Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes. Führende chinesische Technologieunternehmen wie das globale Telekommunikationsunternehmen Huawei sind in Shenzhen ansässig. Die deutsche Wirtschaft ist in der Provinz mit etwa 600 Unternehmen vertreten.

Das einstige Fischerdorf hat sich seit den Wirtschaftsreformen in den 80er Jahren zu einer heute zwölf Millionen Einwohner zählenden Metropole entwickelt. 1980 schuf Chinas Regierung in dem Ort nahe der Grenze zum asiatischen Wirtschafts- und Finanzzentrum Hongkong eine Sonderwirtschaftszone und experimentierte mit kapitalistischen Methoden, die später im ganzen Land eingeführt wurden.

Auf dem Besuchsprogramm der Kanzlerin stand auch das chinesische Biotech-Startup-Unternehmen iCarbonX. Seit 2015 arbeitet die Firma an einer auf künstlicher Intelligenz und der Auswertung großer Datenmengen basierenden Plattform zur Gesundheitsförderung und -vorsorge. Dazu sollen in den nächsten fünf Jahren Gesundheitsdaten wie etwa Herzschlag, Schlafmuster, Blutwerte und die Erbsubstanz von bis zu einer Million Menschen analysiert werden.

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