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Bettina Röhl direkt

Die grüne Katastrophe

Bettina Röhl Publizistin

30 Jahre grüne Partei im Bundestag haben der Republik schwer zu gesetzt. Grün zersplittert die Gesellschaft und hat sie anfällig für paranoide Reaktionen gemacht.

Die Grünen feiern 30 Jahre Bundestag. In dieser Zeit haben sie der BRD mehr Schaden als Nutzen gebracht. Quelle: dpa

Der Stern der Zeit ist grün und das ist nicht gut so. Die Grünen tragen einen wesentlichen Teil der Verantwortung dafür, dass die Gesellschaft zerfleddert, sich in Parallelgesellschaften aufspaltet, und sich unregelmäßig rhythmisch mit einer gewissen manischen Selbstzerstörung befasst oder sich an nebensächlichen Sinnlos-Themen abarbeitet.

Der wesentliche Grund für die destruktive Wirkung der Grünen liegt gewiss darin, dass sie ihre politischen Entscheidungen zumeist nicht der Sache wegen treffen, sondern aus einer sachfremden Motivlage heraus. Die Welt auf den Kopf stellen, die Realität in ihr Gegenteil verkehren, Menschen oder Gruppen von Menschen provozieren, quälen, mobben, der Teufel sein, aber den moralistischen Natur-und Menschheitsretter geben - das alles ist die grüne höchste Wahrheit.

Die Grünen sind in Durchmarschstimmung

Der 22.September 2013 kommt bestimmt. Und die Grünen sind auf eine eigenartig uneuphorische Weise in Durchmarschstimmung. Sie haben ihr Berliner Comeback vor Augen und träumen davon die eigentlichen Retter des linken Lagers zu werden. Was Peer mit einem unerschöpflichen Fettnäpfchen-Arsenal verbaselt, möchten sie mit einem entsprechenden Stimmenzuwachs gern überkompensieren. In Baden-Württemberg haben sie schließlich geschafft, was vor kurzem noch Niemand für möglich hielt. Sie haben die alte Volkspartei SPD auf die Plätze verwiesen.

Den Wahltag vor Augen und die grüne Selbstreflektierung aus Anlass ihres dreißigjährigen Bundestagsjubiläums im Ohr, ist es höchste Eisenbahn die Grünen politisch zu dekonstruieren. Das Tandem Brüderle/Rösler hat sich gerade in diesen Tagen mächtig aufgeplustert und zu einer Art Attacke gegen die Grünen mobil gemacht. Das ist hübsch, aber bisher substanzlos. Und die Aussichten einen Wähler dazu zu bewegen, FDP statt Grün zu wählen scheinen über die Null-Linie nicht groß hinaus zu kommen. Am tölpelhaftesten stellt sich jedoch die SPD an. Die schaut seit dreißig Jahren seelenruhig zu, wie sie an die Grünen verliert und verliert und verliert und verliert. Die Grünen kobern und locken die (eigentlich) nachwachsenden SPD-Wähler und die gute alte Tante SPD verhält sich gegenüber den Grünen wie in einer permanenten Schockstarre.

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