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Cybersicherheit Regierung muss Cyberagentur neu aufstellen

Exklusiv
Mit der Cyberagentur will die Regierung Deutschlands „technologische Innovationsführerschaft“ sichern. Doch das Zukunftsprojekt droht zu scheitern. Quelle: imago images

Die Regierung muss ihre „Agentur für Sprunginnovationen in der Cybersicherheit“ (Cyberagentur) kurz vorm Ende der Legislaturperiode neu aufstellen und eine neue Geschäftsführung suchen.

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Nicht mal ein Jahr nach dem offiziellen Start der GmbH „Agentur für Sprunginnovationen in der Cybersicherheit“ verlässt Forschungsdirektor Christoph Igel die Cyberagentur bereits wieder, der kaufmännische Direktor Frank Michael Weber ist seit März nicht mehr im Amt. Obwohl die Gründung der Agentur bereits im August 2018 beschlossen worden war, hat sie mit ihrem Millionen-Budget bisher kein einziges Forschungsprojekt gestartet.

Das Verteidigungsministerium, das zusammen mit dem Innenministerium federführend für die Agentur zuständig ist, bestätigte die Abgänge. „Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH stellt sich nach einer erfolgreichen Aufbauphase an ihrer Führungsspitze planmäßig neu auf“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der WirtschaftsWoche. Der „renommierte Wissenschaftler und Forschungsmanager“ Igel habe die Gesellschaft als Gründungsforschungsdirektor „durch die pandemiebedingt erschwerte Startphase geführt und kehrt nun auf eigenen Wunsch wie geplant zur Bundeswehr zurück“. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben. Auch die Position des kaufmännischen Geschäftsführers werde neu besetzt. Weber und Igel wollten sich nicht zu den Personalien und der Bilanz der Agentur äußern.

Warum die Cyberagentur bisher noch kein einziges Projekt gestartet hat, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums nicht. Nach seinen Angaben befinden sich aber „erste Projekte derzeit im Vergabeprozess beziehungsweise in der Vorbereitung. Aus vergaberechtlichen Gründen ist es uns nicht möglich, zum gegenwärtigen Zeitpunkt weitere Details zu nennen“.

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Ursprünglich wollte die Regierung Ende 2020 erste Forschungsprojekte mit der Cyberagentur umsetzen. Im Dashboard zu ihrer Digitalpolitik wird dieses Ziel als „ausstehend“ bezeichnet.

Mehr zum Thema: Mit der Cyberagentur will die Regierung Deutschlands „technologische Innovationsführerschaft“ sichern. Doch das Zukunftsprojekt droht zu scheitern. Nun geht die Geschäftsführung, die Ministerien wirken überfordert.  

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