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EU-Treffen zu AbgasnormenDeutschlands Forderungen zu Euro 7 werden nicht akzeptiert

Am Montag haben die EU-Staaten bei einem Ministertreffen in Brüssel über ihre Position zur geplanten neuen Abgasnorm Euro 7 abgestimmt. Deutschland konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen. 25.09.2023 - 13:38 Uhr

Abgase kommen aus dem Auspuff eines Opel Astra.

Foto: imago images

Deutschland hat sich bei einem EU-Ministertreffen nicht mit Forderungen zur geplanten Abgasnorm Euro 7 durchsetzen können. Nach einer Abstimmung am Montag in Brüssel wollen die EU-Staaten weder strengere Grenzwerte für Schadstoffe noch Ausnahmen für E-Fuels in die geplanten Regeln aufnehmen, wie aus Angaben der EU-Staaten und der spanischen EU-Ratspräsidentschaft hervorgeht.

So teilten die EU-Staaten mit, für Autos und Transporter von Privatpersonen sollen die gleichen Grenzwerte wie bei der bestehenden Euro-6-Regulierung gelten. Staatssekretär Sven Giegold (Grüne) hatte bereits den Vorschlag der EU-Kommission, der die Grundlage für die Position der EU-Staaten ist, als nicht sehr ambitioniert bezeichnet.

Neu ist sowohl im Vorschlag der Kommission als auch dem der EU-Staaten, dass künftig auch gesundheitsschädliche Stoffe wie Feinstaub, der durch Reifenabrieb oder Bremsen entstehen kann, reguliert werden sollen. Das bedeutet, dass auch Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge von den Regeln betroffen wären.

Schneller schlau: Was Sie über E-Fuels wissen müssen
Mit E-Fuels sind in der Regel verschiedene kohlenstoffhaltige Kraftstoffe gemeint, die mit Hilfe von grünem Strom aus den Rohstoffen Wasser und CO2 hergestellt werden. Sie ähneln chemisch sehr stark konventionellem Diesel beziehungsweise Benzin, lassen sich daher ohne großen Änderungsaufwand über bestehende Tankstellen vertreiben und in konventionellen Motoren verbrennen. Letzteres erfolgt in der Theorie dann klimaneutral, wenn nur so viel CO2 frei wird, wie zuvor hineingesteckt wurde.
So gut das in den Ohren vieler Autofahrer klingen mag, gibt es doch ein Problem: der hohe Energieaufwand in der Herstellung. Er macht die E-Fuels teuer und mindert den Wirkungsgrad im Vergleich mit der Nutzung der gleichen Energie im E-Auto deutlich.Solange grüner Strom nicht im Überfluss zur Verfügung steht, dürften es die synthetischen Kraftstoffe im Pkw-Bereich also schwer haben. Auch, weil der Privatwagen bei der Verfügbarkeit von E-Fuels in Konkurrenz zu Schiffen, Zügen und Flugzeugen steht.
Besonders günstig wird das Tanken des Designer-Sprits unter momentanen Bedingungen nicht – die Literkosten würden wohl deutlich über den heutigen von Diesel und Benzin liegen.Denkbar ist aber nicht nur der Verkauf von E-Fuel in Reinform, sondern auch eine Beimischung zu Mineralölkraftstoff, um dessen Klimabilanz zu verbessern. Konkrete Planungen dazu gibt es aber bisher noch nicht.(Stand: 26. Juli 2023)
Bislang sind E-Fuels noch an keiner Tankstelle zu bekommen. Die Produktion des klimaneutralen Sprits steckt noch in der Pilotphase. Bis nennenswerte Mengen zur Verfügung stehen, wird es noch dauern.(Stand: 26. Juli 2023)

Laut zwei Studien der Europäischen Umweltagentur und der sogenannten Gemeinsamen Forschungsstelle war der Straßenverkehr 2018 für 39 Prozent der schädlichen NOx-Emissionen (Stickoxide) in Städten 47 Prozent und 11 Prozent der gesamten PM10-Emissionen (Feinstaub) verantwortlich.

Mit der Positionierung der EU-Staaten ist die neue Abgasnorm Euro 7 noch nicht fertig verhandelt. Das an der Gesetzgebung ebenfalls beteiligte EU-Parlament muss sich auch noch auf eine Position einigen und in einem letzten Schritt muss ein Kompromiss zwischen den Forderungen des Parlaments und der EU-Staaten gefunden werden.

Lesen Sie auch: Die fatale Verehrung des E-Autos

dpa
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