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IW-StudieKrisen kosten deutsche Wirtschaft 545 Milliarden Euro

Corona, Krieg in der Ukraine und der Nahost-Konflikt kosten die deutsche Wirtschaft einer Studie zufolge über eine halbe Billion Euro. Zusätzlich blieben Investitionen auf der Strecke. IW-Ökonomen warnen vor den Folgen. 22.02.2024 - 10:54 Uhr

Die deutsche Wirtschaft verlor durch verschiedene Krisen in den vergangenen Jahren 545 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine, Nahost-Konflikt: Die Krisen der vergangenen vier Jahren kosten die deutsche Wirtschaft einer Studie zufolge mehr als eine halbe Billion Euro. Sie führten zu wirtschaftlichen Ausfällen von insgesamt rund 545 Milliarden Euro, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) am Donnerstag mitteilte. Die Deutschen gaben demnach in dieser Zeit 400 Milliarden Euro weniger für ihren Konsum aus, was etwa 4800 Euro pro Person entspreche. Auch blieben viele Investitionen auf der Strecke: Insgesamt summierten sich diese Ausfälle in den vergangenen vier Jahre auf 155 Milliarden Euro.

Zwischen 2020 und 2021 machte die Pandemie Einkaufen und Freizeit teilweise nicht möglich: Allein in diesem Zeitraum gaben die Deutschen fast 250 Milliarden Euro weniger für den privaten Konsum aus und sparten stattdessen ihr Geld, so die Studie. Vor der Pandemie sparten die Verbraucher im Durchschnitt etwa zehn Prozent ihres Einkommens, während der Corona-Krise waren es demnach bis zu 16 Prozent.

„Auch danach kamen die Konsumausgaben nicht mehr in Schwung“, stellte das IW fest. Mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine erhöhten sich die Energiekosten, weshalb die Ersparnisse aus der Pandemie schnell wieder weg gewesen seien. „Wer früher einmal mehr ins Kino ging oder sich ein neues paar Schuhe kaufte, musste dann die gestiegenen Strom- oder Benzinpreise bezahlen“, lautet das Fazit der Experten. „Die hohe Inflation schränkte die Deutschen wieder bei ihren Einkäufen und in der Freizeit ein.“

Editorial

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Neben den Verbrauchern hat auch die Wirtschaft mit den Krisen zu kämpfen. Diese würden Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern härter treffen. Die Gründe: Die deutsche Industrie sei stärker abhängig vom internationalen Handel und daher anfälliger für eine schwache Weltwirtschaft. Investieren Unternehmen weltweit etwa weniger in neue Maschinen, leide darunter die deutsche Wirtschaft als wichtiger Exporteur solcher Investitionsgüter. Außerdem seien energieintensive Branchen hierzulande stark vertreten, sie reagieren besonders empfindlich auf die steigenden Energiekosten. Dadurch blieben viele Investitionen auf der Strecke.

IW-Ökonom Michael Grömling warnt vor den Folgen. „Die mangelnden Investitionen senken langfristig unsere Möglichkeiten, mit Herausforderungen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel oder Klimawandel umgehen zu können“, sagte er.

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rtr
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