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Lockdown-Verlängerung Aufschwung dank Lockdown

Lockdown in Deutschland. Quelle: dpa

Wenn die Infektionszahlen noch ein paar Wochen spürbar nach unten gedrückt werden können, müssen die Öffnungen hoffentlich nie wieder zurückgedreht werden. Ein Kommentar.

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Fast immer, wenn verantwortliche Politiker sich gerade für die Fehler, Härten und Probleme der Coronapolitik verteidigen wollen, reagieren sie ähnlich: sie verweisen auf das Ausland. Ob Deutschland im Vergleich nicht doch eigentlich ganz gut dastünde? Ob man sich mal die Zahlen anderer Länder zu Gemüte geführt habe?

Was bei diesen Repliken vergessen oder absichtlich ausgeblendet wird: Die Bundesrepublik hat im Laufe der Pandemie mehrfach Glück gehabt – wenn so ein Begriff wie Glück im Angesicht der Verheerungen überall überhaupt ein angemessenes Wort ist.

Bereits die Bilder aus den Krankenhäusern von Bergamo versetzten die Deutschen im Frühjahr 2020 in eine Art vorauseilenden Lockdown. Als sich im Spätsommer dann in vielen Nachbarländern die zweite Rolle aufbaute, sah es hierzulande auch noch lange recht ruhig aus. Und selbst die fürchterlichen Dynamiken der Virusmutationen können bislang vor allem im Ausland besichtigt werden: In Portugal, wo gerade die Bundeswehr aushilft; in Irland, wo nach Weihnachten die Fallzahlen quasi senkrecht nach oben stiegen; in Großbritannien sowieso – zuletzt trauriger Spitzenreiter bei Corona-Todesfällen.

Der IWF erhöht seine Konjunkturprognose, manche Ökonomen spekulieren nach Corona auf eine Renaissance der Goldenen Zwanziger. Doch die historischen Erfahrungen mit der Spanischen Grippe lassen eine Scheinblüte erwarten.
von Bert Losse

Dreimal schon sprang das Schicksal mit den Bundesbürgern gütiger um als mit anderen. Es wäre fahrlässig, wenn Bundesregierung und Ministerpräsidenten diese Fügung verspielen, diese Erkenntnis beiseite wischen würden. Nach allem, was wir wissen, besteht offenbar jetzt noch die Chance zu verhindern, dass eine der bekannten Virusmutationen die Bundesrepublik in vergleichbarem Ausmaß erfasst und umwirft. Man möge sich deshalb nur kurz deutsche Infektionszahlen im hohen fünfstelligen Bereich vor Augen führen (mit allen Folgen für Intensivstationen und Todesfälle) – wäre dann ein Lockdown selbst bis weit in dem März hinein nicht die einzig erträgliche Aussicht?

Selbstverständlich gibt es für keines dieser Szenarien Gewissheit. Umso mehr gilt das Gebot der Vorsicht. So sehr sich – vor allen anderen – Schüler und Eltern, all die betroffenen Selbstständigen und verzweifelten Unternehmer samt ihrer Angestellten einen schnellen Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown sehnlichst herbeiwünschen: käme er zu früh und müsste dann im April oder Mai wieder zugemacht werden, wäre das noch schlimmer. Für gesundheitlich Gefährdete. Für die Wirtschaft. Schreiben wir also die nächsten Wochen ab.

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