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Lohngleichheit OECD fordert Reformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Die OECD ruft Deutschland zu Verbesserungen in der Arbeitswelt auf. So solle die Steuerlast für Zweitverdiener in der Bundesrepublik gesenkt werden.

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Die OECD macht in Deutschland einen geschlechterspezifischen Einkommensunterschied aus. Quelle: dpa

Paris Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland zu Reformen aufgerufen, um die Wirtschaft zu beleben. Konkret fordert sie Verbesserungen in der Arbeitswelt. „Relativ kurze Arbeitszeiten von Frauen sorgen für einen geschlechterspezifischen Einkommensunterschied“, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Dadurch würden Karrierechancen von Frauen beeinträchtigt.

Die OECD empfiehlt, die Betreuung für Kleinkinder zu verbessern und die Steuerlast für Zweitverdiener – also Partner mit geringerem Einkommen als der Hauptverdiener – zu verringern. Außerdem rät die Organisation zu einer Verbesserung der Infrastruktur auf dem Land durch schnelles Internet, die Förderung von bezahlbarem Wohnraum in den Städten sowie mehr Fortbildungsprogramme, um Arbeitnehmer für technologische Veränderungen fit zu machen.

Generell ruft die die OECD alle Regierungen zu größerem Reformeifer auf, um wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. „Die globale Wirtschaft erfährt weiter Gegenwind durch ein sich abschwächendes Wachstum aufgrund hoher Handelsunsicherheit“, sagte OECD-Chefökonomin Laurence Boone.

Gleichzeitig entwickelten sich Fortschritte des Lebensstandards, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, viel langsamer als vor der globalen Finanzkrise. Diese Entwicklung sollte Politiker dazu anspornen, nötige Reformen für ein stärkeres, alle Bevölkerungsgruppen umfassendes und umweltfreundliches Wachstum einzuleiten. In ihrem Bericht „Streben nach Wachstum“ („Going for Growth“) macht die OECD fünf Handlungsfelder für Reformen aus und gibt für jedes Land spezielle Empfehlungen zur Umsetzung. In diesem Jahr kam der Punkt ökologische Nachhaltigkeit neu hinzu.

Mehr: Die Lohnuntergrenze greift in Deutschland bei vielen Beschäftigten nicht. Die DIW-Wirtschaftsforscher machen dafür auch mangelnde Kontrollen verantwortlich.

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