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Merkel-Nachfolge Merz kündigt Kandidatur für CDU-Vorsitz an

Der 62-Jährige Friedrich Merz (CDU), früherer Unionsfraktionsvorsitzender, brachte sich sofort nach Bekanntwerden von Merkels Entscheidung als Kandidat ins Spiel. Quelle: dpa

Wie viele Kandidaten sich um Merkels Nachfolge an der Parteispitze bewerben, ist offen. Nach Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn hat nun auch Friedrich Merz offiziell seinen Hut in den Ring geworfen.

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it Friedrich Merz will im Dezember auf dem CDU-Parteitag in Hamburg einer der schärfsten Gegner von Angela Merkel um ihre Nachfolge als Parteichef kandidieren. Der 62 Jahre alte frühere Unionsfraktionschef teilte am Dienstag offiziell mit: „Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren.“ Die Union brauche einen „Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten“. Er sei bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen und „gleichzeitig alles zu tun, um den inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken.“ Merz arbeitet derzeit für das amerikanische Unternehmen Blackrock, den weltgrößten Vermögensverwalter.

Damit tritt Merz bei der Wahl am 7. Dezember auf dem Parteitag in Hamburg gegen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und drei weitgehend unbekannte weitere Bewerber an. Es kommt zur Richtungswahl zwischen dem Merkel-Kurs und einem mehr konservativ und wirtschaftsliberalen Kurs. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hat eine Kandidatur beim Parteitag bisher offengelassen.

Merkel hatte am Montag angekündigt, den Parteivorsitz abzugeben und sich 2021 ganz aus der Politik zurückziehen. Bis zum Ende der Wahlperiode will sie aber Kanzlerin bleiben. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn haben ihre Kandidatur bereits in den Spitzengremien der CDU angekündigt.

Bei der CDU wird in den nächsten Wochen ein interessanter interner Wahlkampf erwartet. Merz hatte schon am Montag seine Kandidatur angemeldet, aber nur über sein Umfeld. Der Jurist der nicht als Anhänger der bisherigen CDU-Chefin gilt, erklärte nun: „Angela Merkel verdient Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen in 18 Jahren an der Spitze der Partei. Damit hat die CDU Deutschlands nun die Chance, sich neu aufzustellen und eine neue Parteiführung zu wählen.“

Der 62-Jährige fügte hinzu: „Wir brauchen in der Union Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten. Ich bin bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig alles zu tun, um den inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken.“

Wer hat die besten Chancen auf den CDU-Vorsitz?
Friedrich Merz Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer Quelle: dpa
Jens Spahn Quelle: dpa
Armin Laschet Quelle: dpa
Wolfgang Schäuble Quelle: dpa

Merz hatte sich schrittweise aus der Politik zurückgezogen, nachdem er 2002 bei der Wahl zum Vorsitzenden der Unionsfraktion gegen Merkel unterlegen war, und arbeitete danach vor allem als Rechtsanwalt. Christian von Stetten, Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, meinte: „Als Parteivorsitzender wird Friedrich Merz den CDU-Mitgliedern und Anhängern die verlorene Würde und ihren Stolz zurückgeben.“ Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, betonte, nötig sei ein inhaltliches und personelles Gesamtangebot, das die CDU wieder zu einer erfolgreichen Volkspartei mache, „die mit allen Flügeln glaubwürdig fliegen kann“.

Die Deutschen favorisieren nach einer Umfrage für das „Handelsblatt“ den einstigen Unions-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz als Merkels Nachfolger. Dies sei das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Yougov, berichtete das Blatt am Dienstag vorab. Von den 790 Teilnehmern hätten sich 21 Prozent für den 62-Jährigen ausgesprochen, der am Dienstagmittag seine Kandidatur bekanntgegeben hatte. Demnach waren 18 Prozent für CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Ihr folgten mit je sechs Prozent Gesundheitsminister Jens Spahn und CDU-Vize Armin Laschet, der eine Kandidatur noch offenlässt.

Gewählt wird die CDU-Spitze im Dezember von den 1001 Delegierten eines Parteitages in Hamburg. Das „Handelsblatt“ berichtete nicht, in welchem Zeitraum die Umfrage stattfand.

Was die potentiellen Merkel-Nachfolger der Wirtschaft bringen könnten, lesen Sie in der großen WirtschaftsWoche-Analyse.

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