1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Metalltarifrunde: IG Metall bereitet Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen vor

MetalltarifrundeIG Metall bereitet Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen vor

Protestaktionen trotz Lockdown? Die IG Metall hält das für möglich. Wenn die Friedenspflicht endet, Anfang März, will die Gewerkschaft womöglich zu ersten Warnstreiks aufrufen.Bert Losse 17.01.2021 - 10:00 Uhr

Kurz vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen am kommenden Montag machen Gewerkschafter klar, dass die IG Metall keine krisenbedingte Nullrunde akzeptieren werde.

Foto: imago images

Die IG Metall will in den laufenden Tarifverhandlungen trotz Lockdown nicht auf betriebliche Protestaktionen verzichten. „Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, im Interview mit der WirtschaftsWoche. Schon Anfang März, wenn die Friedenspflicht endet, könne es zu ersten Warnstreiks kommen. Die Bezirksleitung sei seit Dezember in entsprechenden Planungen mit ihren regionalen Geschäftsstellen und frage derzeit detailliert ab, wie die wirtschaftliche Lage in den Betrieben sei. Giesler: „Ende Februar werden wir genau wissen, wo Warnstreiks sinnvoll sind und wo nicht.“

Auch 24-Stunden-Streiks mit Produktionsunterbrechungen schließt er ausdrücklich nicht aus. Kurz vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen am kommenden Montag machte Giesler klar, dass die IG Metall keine krisenbedingte Nullrunde akzeptieren werde. „Es gibt auch 2021 etwas zu verteilen – wenn auch natürlich nicht so viel wie in den Boomjahren“.

Der Gewerkschaftsfunktionär bekräftigte zudem die Forderung der IG Metall nach Arbeitszeitverkürzungen mit teilweisem Lohnausgleich. „Sinkende Arbeitszeiten dürfe kein Tabu sein, wir brauchen sie als zusätzliches Instrument im Tarifbaukasten“, so Giesler. Er kündigte an, die Gewerkschaft werde bei dieser Frage „flexibel“ sein: „Wir sind bereit, die Arbeitszeiten betriebs- oder gar abteilungsspezifisch unterschiedlich zu regeln. Es kann sein, dass kürzere Arbeitszeiten für eine Abteilung passen, für die Abteilung in der Etage darunter aber nicht.“

Eine Überschneidung mit dem Instrument der Kurzarbeit sieht Giesler dabei nicht: „Viele Transformationsprozesse in den Unternehmen werden weit länger brauchen als die 24 Monate, für die es Kurzarbeitergeld gibt. Insofern kann die Tarifpolitik hier eine Beschäftigungsbrücke bauen und Entlassungen verhindern.“

Mehr zum Thema: „Warnstreiks sind trotz Lockdown möglich“: Das ganze Interview mit IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler lesen Sie hier.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick