Migranten auf dem Arbeitsmarkt: Einen Versuch ist es wert

Abdoulle Bojang aus Gambia, Mitarbeiter der omeras GmbH.
Foto: dpaDeutschland fehlt es an Fachkräften, aber auch an einfachen Arbeitern. Gleichzeitig leben hier Millionen Asylbewerber und Flüchtlinge, deren Verfahren noch laufen oder die aus verschiedensten Gründen nur geduldet sind.
Da die Abschiebungsquote abgelehnter Asylbewerber seit Jahren verschwindend gering ist – meist legen sich die Herkunftsländer quer –, ist diese wachsende Zahl von Menschen mangels Arbeitserlaubnis oder wegen ihres unsicheren Rechtsstatus zur Untätigkeit verdammt.
Ihnen jetzt mit dem „Spurwechsel“ die Möglichkeit zu geben, legal in den Arbeitsmarkt einzutreten, folgt einem einfachen, aber richtigen Gedanken: Wenn die Menschen ohnehin schon hier sind, dann lasst sie auch arbeiten – wir brauchen sie (und müssen ihnen außerdem keine Sozialhilfe mehr zahlen, wenn sie Lohn erhalten). Dass diese Regelung per Stichtag nur für diejenigen gilt, die am 29. März schon hier waren, soll den Anreiz zur illegalen Einreise senken.
Ob die Rechnung aufgeht? Es gibt berechtigte Zweifel. Aber den Migranten eine Chance zu geben, für sich selbst zu sorgen, könnte nicht nur den Unternehmen helfen, sondern auch den Vorwurf des Schmarotzertums abmildern, der nicht nur in rechtsextremen Kreisen ‧populär ist. Einen Versuch ist es wert.
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