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Netzausbau Warum uns ein Strom-Stau droht

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Wie kommt es zu der Verzögerung?

Es ist die geplante Verlegung der Leitungen unter der Erde, die für eine Verzögerung von mehreren Jahren sorgen soll. Betroffen sind vor allem die Verbindungen von Nord nach Süd. Dabei sind die unterirdischen Kabel umstritten.

„Von den 2009 geplanten 1876 Kilometern neuer Leitungen haben wir Ende 2015 gerade 558 geschafft - das ist enttäuschend“, zog der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann Bilanz zum vergangenen Jahr. Inzwischen aber verteidigt er den von Bund und Ländern geforderten Vorrang für Erdkabel: „Erdkabel können uns helfen, Akzeptanz für den Netzausbau zu schaffen. Das Erdkabelgesetz verzögert den Netzausbau daher nicht, es macht ihn erst möglich.“

Erdkabel statt Strommasten

Der unterirdische Ausbau soll die Annahme der Megaprojekte bei den Menschen erhöhen. Allerdings sind dadurch nun „umfangreiche Neuplanungen“ nötig.  Zwar wird die Landschaft so nicht mit Hochspannungsleitungen „verunstaltet“, wie einige CSU-Politiker beklagten. Ansonsten haben die Erdkabel aber nur wenige Vorteile. Bis zu zehnmal teurer sollen sie sein, außerdem sind sie störanfälliger und schlecht zu warten.

Hochspannungsmasten sind gut zugänglich, sodass Pannen in der Regel innerhalb von Stunden behoben werden können. Reparaturen von Erdkabeln können jeweils mehrere Wochen dauern. Alle betroffenen Leitungen sollen die Elektrizität mit Gleichstrom-Technik übertragen, die ist besonders widerstandsarm.

Drei Monate für sechs Kilometer

Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundesbedarfsplangesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6100 Kilometer. Davon werden etwa 3050 Kilometer als Netzverstärkung eingestuft. Die Gesamtlänge der Leitungen wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen, und der ist noch nicht geklärt. Insgesamt sind bislang nur rund 350 Kilometer genehmigt und lediglich 65 Kilometer realisiert. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden erst sechs Kilometer gebaut.

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