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Tief "Burglind" Orkanböen treffen auf den Westen Deutschlands

Radfahrer Quelle: dpa

Wegen des Tiefs „Burglind“ peitschen orkanartige Böen über viele Landesteile. Am Morgen gab es amtliche Unwetterwarnungen im Westen und Verkehrsbehinderungen. Am Vormittag dürfte der Süden betroffen sein.

Mit orkanartigen Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief „Burglind“ auf den Westen Deutschlands getroffen. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz massiv den Berufsverkehr. Straßen waren blockiert und der Regionalverkehr der Bahn gestört. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

Ein Regionalzug in Selm im südlichen Münsterland prallte am Morgen gegen einem entwurzelten Baum. Der Zug sei teilweise aus den Schienen gesprungen, verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Bahnsprecher. Die Bergung auf der Strecke zwischen Lünen und Lüdinghausen dauerte am Vormittag an.

Im Fernverkehr der Bahn gab es nach Auskunft eines Sprechers am Morgen erste Behinderungen im Großraum Köln. Die Auswirkungen waren zunächst noch unklar.

In Essen und Mülheim standen Straßen unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen: Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn.

In Hessen legte „Burglind“ den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um und behinderten den Verkehr. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus. Das Polizeipräsidium Westhessen registrierte zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher. Die Polizei riet auch über den Kurznachrichtendienst Twitter, vorsichtig zu sein, gerade bei Fahrten durch Waldgebiete.

Schwere Verkehrsbehinderungen auch in Rheinland-Pfalz: Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen, auch im Bahnverkehr gab es Störungen. In mindestens drei Ortschaften in der Südwestpfalz fiel der Strom aus, wie die Polizei in Dahn mitteilte. Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Alle Einsatzstellen seien am Rotieren, sagte eine Polizeisprecherin.

So überstehen Sie das Pendeln
Die Deutschen sind eine Pendler-Nation Quelle: dpa
Die leeren Waggons findenEin ICE ist auf vielen Strecken nicht genug - dann spannt die Bahn zwei vollständige ICE hintereinander. Das ist die "Doppeltraktion", erklärt @pendlomator. Der Profi-Pendler und Twitterer rät, beim Einsteigen entweder ganz ans Ende oder ganz an den Anfang des Zuges zu gehen, auch wenn das einen Fußmarsch von einiger Länge auf dem Gleis erfordert. Diese Mühe sparen sich viele. "Deswegen sind in den Waggons weniger Menschen, das heißt mehr Ruhe, also angenehmeres Reisen." Quelle: AP
Waggon richtig wählen Wählen Sie bei der Reservierung den Waggon , der beim Aussteigen den kürzesten Weg zum Taxistand hat, empfiehlt, Sascha Hüsing, der seine Reiseerlebnisse in dem Blog im-zug-unterwegs.de niederschreibt. Im Kopfbahnhof Frankfurt wäre das der vordere Waggon, bei Bahnhöfen wie Hamburg oder Düsseldorf eher mittig gelegene Waggons. Das spart Zeit und lange Fußmärsche. Quelle: dpa
Eine clevere Bahnhofswahl treffenDer vermeintliche Startbahnhof der Reise ist nicht unbedingt immer die beste Wahl, um bei vollen Zügen einen Sitzplatz zu ergattern. Es lohnt sich, gegen die Fahrtrichtung eine Station mit S-Bahn oder Regionalexpress zurückzulegen, raten Profipendler. Das funktioniert in Berlin beispielsweise mit den Stationen Gesundbrunnen oder Ostbahnhof, in Hamburg mit Altona und Dammtor und in Frankfurt mit Fernbahnhof oder gar Darmstadt und Marburg. Quelle: dpa
Hauptsache vorankommenWer keine Direktverbindung hat, ist von Verspätung oft noch ärger betroffen, da die Anschlusszüge nicht warten. Profipendler @pendlomator rät deswegen als eiserne Regel: "Strecke machen. Grundregel bei verspäteten Zügen: Nimm das erste, was fährt." Das bedeutet auch, gegebenenfalls die Reservierung verfallen zu lassen und in den nächsten Zug zu steigen, der einem dem Ziel näher bringt, wenn schon nicht ganz dorthin. Verspätungen können sich auch noch auf dem Bahnsteig verlängern und der Zug, der einen zumindest etwas näher bringt, ist fort. Quelle: dpa
Mit dem leider alltäglichen Horror umgehenFür die Lokführer ist es am schlimmsten. Die schnellen ICE werden immer wieder von Menschen gewählt, um sich das Leben zu nehmen. Die Personalunfälle, kurz PU, erfordern den Einsatz von Rettungskräften, auch wenn diese in der Regel nichts mehr ausrichten können. Auf den Ablauf des Schienenverkehrs haben diese Vorfälle eine große Auswirkung. Die Verspätungen, die ein PU auf dieser Strecke verursachen, gehen schnell auf mehr als 120 Minuten. Die Bahn leitet dann nachfolgende Züge um. Das nimmt jedoch deutlich mehr Fahrtzeit in Anspruch. Pendler Hüsing rät, möglichst mit Geschick und Einfühlungsvermögen von den Zugbegleitern zu erfahren, wie lange der Unfall her ist und dann zu entscheiden. Ist der PU länger als zwei Stunden her, dann keine Umleitung fahren. Die Schwierigkeit liegt darin, den Zeitpunkt zu erfragen. Quelle: dpa
Den Zub und Twitter fragenDie Zugbegleiter, kurz Zubs, sind die Überbringer der schlechten Nachricht. Im Zug müssen sie - kaum besser informiert als die Passagiere - mitteilen, dass eine Verspätung anfällt und wie lange es noch dauert. Alle Profi-Pendler raten deshalb zur Höflichkeit gegenüber den Mitarbeitern. Auch wenn sie die Bahn in dem Moment vertreten - für die Ursache können sie nichts. Als Informationsquelle empfiehlt der twitter-Pendler @pendlomator auch diesen Kurznachrichtendienst. Entweder über das Social Media Team der Bahn oder Menschen an Bahnhöfen bekommt man so bisweilen früher Infos über die Ursachen einer Verspätung als vom Zugbegleiter. Quelle: dpa

Einen Überblick, wie groß die Schäden waren, gab es zunächst nicht. „Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können.“ Es seien einfach zu viele, erklärte die Sprecherin. Das Unwetter sorgte außerdem im Hunsrück und im Westerwald für Chaos, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. „Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um“, sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

Am Vormittag sollte die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiterziehen. Der Wind dürfte laut Hausen Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern erreichen. Die Unwettergefahr nehme im Laufe des Vormittags vom Westen aus ab, so der Meteorologe. An der Nordseeküste könne es am späten Vormittag orkanartige Böen geben.

Ganztägig wird im Alpenvorland in Höhenlagen ab 1500 Metern vor Orkanböen gewarnt. In Hochlagen im Harz und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge gilt das bis Donnerstagmorgen.

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