1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Unionsfraktionschef: Spahn sieht in missglückter Richterwahl keine Staatskrise

UnionsfraktionschefSpahn sieht in missglückter Richterwahl keine Staatskrise

Jens Spahn hat in einem Brief an die Unionsfraktion Selbstkritik rund um die abgeblasene Wahl von drei Verfassungsrichtern geübt. 14.07.2025 - 20:14 Uhr
Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU). Foto: Kay Nietfeld/dpa

Unionsfraktionschef Jens Spahn hat Fehler im Umgang mit der geplatzten Wahl dreier Verfassungsrichter im Bundestag eingeräumt. Zugleich äußert er in einem Brief an seine Fraktion die Überzeugung, mit dem Koalitionspartner SPD zu einer Lösung zu kommen. Eilbedarf sieht der CDU-Politiker in der Frage nicht.

„Der letzte Freitag war für die Koalition ein schwerer Tag. Da gibt es nichtsschönzureden“, räumt Spahn zu Beginn des Briefes ein. „Auch wenn eine vertagte Richterwahl sicher keine Staatskrise ist.“

Die Wahlen zweier neuer Richterinnen und eines Richters für Karlsruhe waren am Freitag kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestags abgesetzt worden. Der Druck gegen die von der SPD vorgeschlagenen Potsdamer Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf war in der Union zu groß geworden. Die Fraktionsführung konnte die mit dem Koalitionspartner verabredete Unterstützung nicht mehr garantieren. 

Die Notbremse am Freitag kam zu spät
Jens Spahn
Unionsfraktionschef zur abgesetzten Richterwahl

„Die Dimension der grundlegenden und inhaltlich fundierten Bedenken gegen eine der Kandidatinnen haben wir unterschätzt“, gestand der Unionsfraktionschef nun ein. „Dass dabei der Eindruck entstehen konnte, ein Plagiatsverdacht wäre unser zentrales Bedenken, hätte nicht passieren dürfen.“ Spahn schreibt: „Die Notbremse am Freitag kam zu spät.“ Am Freitag sei man nicht mehr in der Lage gewesen, einen Kompromiss mit der SPD zu finden. „Daran haben beide Seiten ihren Anteil.“

Spahn spricht von vielen Gesprächen intern und mit der SPD und betont: „Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit der SPD eine Lösung finden werden.“ Die Frage der Gemeinsamkeit und des Vertrauens bezeichnet er als zentral.

Die von der SPD nominierte Juristin Frauke Brosius-Gersdorf wird nach Angaben aus der SPD-Fraktion trotz Widerstands in der Union nicht auf ihre Kandidatur für das Amt einer Verfassungsrichterin verzichten. Sie wolle sich am Dienstag noch einmal schriftlich erklären, aber nicht zurückziehen, hieß es am Montagabend aus der SPD. Bereits am Freitag hatte Fraktionschef Matthias Miersch erklärt, die SPD halte an ihren Kandidatinnen fest.

Nach Informationen des Portals „Politico“ und von dpa soll der Geschäftsführende Fraktionsvorstand am Dienstagnachmittag auch über das weitere Vorgehen in Sachen Richterwahl beraten.

Eilbedarf sieht der CDU-Politiker nicht. „Das Bundesverfassungsgericht ist voll arbeitsfähig. Es besteht keine Dringlichkeit“, schreibt Spahn. Die Wahl von Verfassungsrichtern erfordere eine Zwei-Drittel-Mehrheit in geheimer Wahl. „Solche demokratischen Prozesse brauchen manchmal länger als geplant. Wir werden uns in der Koalition die Zeit nehmen, die für eine gute Lösung notwendig ist.“

rtr, dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick