Verkehr: Vielerorts Staus wegen Warnstreik erwartet – Tunnel gesperrt
Autofahrer müssen heute in einigen Teilen Deutschlands auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen mit Behinderungen rechnen. Grund sind Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes sowie des öffentlichen Dienstes.
Ein Schwerpunkt der Aktionen ist Nordrhein-Westfalen. Dort sollen am Nachmittag alle 28 Tunnelleitzentralen des Landes bestreikt werden, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits am Sonntag mitgeteilt hatte.
Bei elf langen Tunneln im Verlauf von Bundes- und Landesstraßen müssen Auto- und Lkw-Fahrer mit Sperrungen rechnen, wie der Landesbetrieb Straßen.NRW bekanntgab. Folgende Tunnel müssten nach Stand Montagabend gesperrt werden:
- B42 Oberdollendorf Tunnel, Königswinter, Fahrtrichtung Nord
- B42 Oberdollendorf Galerie, Königswinter, offen Fahrtrichtung Nord
- B42 Tunnel Oberkassel, Bonn, Fahrtrichtung Nord
- B61 Weserauentunnel, Porta Westfalica
- L70 Kiesbergtunnel, Wuppertal
- L107 Tunnel Velbert-Langenberg, Velbert
- L614 Emmerauentunnel, Lügde
- L697 Hestenbergtunnel, Plettenberg
- L751 Tunnel Menkhauser Berg, Oerlinghausen
- L666n Tunnel Engelbert, Gevelsberg
Warnstreiks an 18 Standorten
Auf Landesebene wollen Beschäftigte unter anderem in Straßenmeistereien sowie in Verkehrs- und Tunnelleitzentralen die Arbeit niederlegen, nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Insgesamt sind Warnstreiks nach Verdi-Angaben an 18 Standorten bundesweit geplant. Aktionen und Arbeitsniederlegungen gibt es demnach in Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH etwa auch in Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin.
Verdi unzufrieden mit Tarifverhandlungen
Der Hamburger Elbtunnel soll wegen des Warnstreiks nur eingeschränkt befahrbar sein. In jeder Richtung wird einer von drei Fahrstreifen des Autobahntunnels geschlossen, wie die Autobahn GmbH mitteilte. Die Teilsperrung, die die A7 betrifft, sollte bis Dienstagabend dauern.
Der Warnstreik-Aufruf gilt rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sowie mehreren Tausend Beschäftigten der Landesstraßenbauverwaltungen. Die Gewerkschaft ist unzufrieden mit dem Verlauf der Tarifrunden zur Autobahn GmbH und zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Verdi fordert in beiden Tarifrunden sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen.
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