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Wirecard, Lufthansa, Kirkland Lake GoldWelche Aktien BaFin-Mitarbeiter kauften

Die Beamten der Finanzaufsicht, die durch das Wirecard-Desaster ins Zwielicht geraten ist, haben selbst munter mit Aktien gehandelt. Das sind die zwölf beliebtesten Papiere.Christian Ramthun 01.09.2020 - 18:43 Uhr

Bei der Sondersitzung des Bundestages spielten die Aktiengeschäfte bei der BaFin am Dienstag eine Rolle.

Foto: imago images

Ausgerechnet Wirecard! Ausgerechnet mit Aktien des insolvent gegangenen Tech- und Finanzkonzerns haben Beamte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am meisten gehandelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung an den grünen Bundestagsabgeordneten Danyal Bayaz hervor. Der sieht den Handel kritisch. „Das hinterlässt bei mir auf gut Schwäbisch ein Geschmäckle.“ Bayaz weiter: „Bei der Finanzaufsicht darf nicht mal der Verdacht eines Interessenkonfliktes aufkommen.“

Allerdings haben die BaFin-Mitarbeiter auch mit vielen anderen Aktien gehandelt – und dabei durchaus wagemutiger als der Durchschnitt aller Privatanleger hierzulande agiert.

Nach Wirecard haben die BaFin-Leute im ersten Halbjahr 2020 vor allem mit Aktien von Lufthansa, Tesla und Apple gehandelt. Dann kommt auf Rang fünf die Daimler-Aktie. Überraschend ist indes Kirkland Lake Gold auf Platz sechs, ein kanadisches Goldminenunternehmen, das bei normalen Anlegern in Deutschland nur auf Rang 411 rangierte. Zu den weiteren Unternehmenszielen zählen BASF, Bayer, Telekom, Amazon, SAP und Varta. Im Jahr 2019 hatten es bei den BaFin-Mitarbeitern auch Aktien von dem chinesischen Internetgiganten Alibaba, dem Reisekonzern TUI, dem Versicherungsriesen Allianz und First Majestic Silver unter die Top Zwölf geschafft, letzteres ein kanadischer Silberminenkonzern.

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Bei der Sondersitzung des Bundestages spielten die Aktiengeschäfte bei der BaFin am Dienstag eine Rolle. BaFin-Chef Felix Hufeld zeigte sich einsichtig und versprach ein „strengeres Regime“ bei den Aktienkäufen der Mitarbeiter. Doch mit Blick auf den Wirecard-Skandal stellen sich unangenehme Fragen. Der grüne Abgeordnete Bayaz: „Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Entscheidungen der Behörden, wie das 2019 verhängte Leerverkaufsverbot von Wirecard-Aktien, entsprechend neu bewertet werden müssen.“

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Nach der Sondersitzung des Bundestages sprechen sich die Oppositionsparteien für eine parlamentarische Aufarbeitung des Wirecard-Skandals aus. Auch bayerische Behörden haben eine unrühmliche Rolle gespielt. Lesen Sie die Geschichte hier.

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