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FinanzstabilitätsberichtEZB setzt weiter auf lockere Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank sieht in den positiven Konjunkturdaten noch keinen Grund ihre lockere Geldpolitik zurückzufahren. EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio hält "vorschnelle" Reaktionen für falsch. 24.05.2017 - 12:46 Uhr

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), und sein Stellvertreter Vítor Constâncio (links).

Foto: dpa

Europas Währungshüter wollen trotz verbesserter Konjunkturdaten bei ihrer ultralockeren Geldpolitik nicht zu früh vom Gas gehen. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Anreize nicht vorschnell zurückfahren“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vítor Constâncio, am Mittwoch in Frankfurt.

Weil die Wirtschaft wieder besser läuft und die Inflation anzieht - Hauptziel der EZB - mehren sich Forderungen, die Notenbank solle mit dem Einstieg in den Ausstieg aus ihrem Anti-Krisen-Kurs beginnen. Die EZB hat nicht nur den Leitzins im Euroraum auf das Rekordtief von null Prozent gesenkt, sondern pumpt über den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen Monat für Monat Milliarden in den Markt.

Die Währungshüter streben mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Null-Marke. Denn dauerhaft niedrige Preise auf breiter Front gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Jens Weidmann

Geldpolitische Wende der EZB rückt näher

Zwar erhole sich die Konjunktur zunehmend, konstatierte Constâncio. Noch aber sehen die Währungshüter zu wenig Anzeichen dafür, dass das Anziehen der Inflation nachhaltig und selbsttragend ist. All das rechtfertige eine gewisse Vorsicht. Dennoch sei dem EZB-Rat „sehr bewusst, dass sich die wirtschaftliche Lage verbessert“, versicherte Constâncio. „Und das wird selbstverständlich in unseren künftigen Entscheidungen berücksichtigt.“

Das höchste Entscheidungsgremium der EZB kommt am 8. Juni zu seiner nächsten geldpolitischen Sitzung zusammen - dann ausnahmsweise nicht in Frankfurt, sondern in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

dpa
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