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Kartenübersicht Fahrverbote in Europa betreffen mehr als zwölf Millionen Autos

Fahrverbote in Europa sollen bis 2030 mehr als zwölf Millionen Autos und knapp 62 Millionen Menschen betreffen. Quelle: imago images

Fahrverbote für Diesel- und auch Benzinfahrzeuge drohen in vielen Großstädten Europas, teils sind sie schon gültig. Eine interaktive Karte zeigt, wo umweltschädliche Autos bis 2030 draußen bleiben müssen.

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Trotz aller Gegenwehr hat seit dem vergangenen Wochenende auch Darmstadt sein Dieselfahrverbot. Die Großstadt in Südhessen reiht sich damit in die immer länger werdende Liste deutscher Städte wie Berlin, Stuttgart oder Hamburg, die aufgrund der Schadstoffbelastung Dieselautos aus den Innenstädten verbannen wollen. Und nicht nur Deutschland, sondern in vielen europäischen Metropolen wurden oder werden in Zukunft Fahrverbote nicht nur für Diesel-, sondern auch für Benzinfahrzeuge eingeführt.

Das Beratungsunternehmen Berylls Strategy Advisors hat eine Karte der derzeitig gültigen oder angekündigten Fahrverbote in Europa zusammengestellt und ermittelt, wie viele Autos in den Städten direkt betroffen sind. Demnach wären bis zum Jahr 2030 – Städte wie Kopenhagen oder Barcelona planen dann die Einführung von Fahrverboten – europaweit 12,6 Millionen Fahrzeuge direkt betroffen. Zusammengenommen leben in den Metropolen mit Fahrverboten knapp 62 Millionen Menschen – und Pendler blieben bei der Erhebung noch unberücksichtigt.

Andreas Radics, geschäftsführender Partner bei Berylls Strategy Advisors, sieht darin einen zweifelhaften Trend: „Die Zahl der Städte, die den Verkehr von konventionell angetriebenen Autos eingeschränkt haben oder reduzieren wollen, wächst ständig.“ Dabei sei die Effektivität der Maßnahmen bislang nicht erwiesen. Ob diese Fahrbeschränkungen mehr als politische Schachzüge seien, bliebe also abzuwarten. „Die Sperrungen von einzelnen Straßenzügen wie beispielsweise in Darmstadt oder Hamburg, verringern die Emissionen zwar an den Messstellen. Sie können aber durch Umwege, die in Kauf genommen werden, die Abgasbelastung an anderer Stelle sogar erhöhen“, sagt Radics.

Besonders viele Fahrzeuge dürften der Analyse zufolge in den britischen Metropolen ab 2030 betroffen sein, da in London, Birmingham und Manchester die geplanten Fahrverbote auch Benziner einschließen. Aus Sicht von Radics sind Fahrverbote für Autos in Städten ohne Ertüchtigung der übrigen Verkehrsträger wie dem öffentlichen Personennahverkehr für viele Stadtbewohner und Pendler ein teures Problem, auf das weder Politik noch Kommunen bisher ausreichend reagieren. Die Diskussion um die Abschaffung der Durchfahrtbeschränkungen in Hamburg sei da immerhin ein Lichtblick.

Einfahrbeschränkungen in Europa




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