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Präsidentschaftswahlen in Österreich werden wiederholt In Österreich geht es jetzt um Europa

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Gefährliche Träume

Noch vor zwei Jahren hätte Hofer mit seiner Hetze die Meute in den Bierzelten der Freiheitlichen zum Johlen gebracht. Mehrheitstauglich waren die Ideen des Rechtsaußen trotz großer EU-Skepsis der Österreicher allerdings nicht. Dass Hofer bei der nun aufgehobenen Stichwahl zum Bundespräsidenten auf fast 50 Prozent der Stimmen kam, war bis vor wenigen Monaten eher eine Sache der Tag- und Nachtträume von Hofers Chef, dem Freiheitlichen-Obmann Heinz-Christian Strache.

Erst die Flüchtlingskrise hat – neben der verständlichen Unzufriedenheit der Österreicher mit ihrem politischen Establishment – die Wirklichkeit Österreichs mit den gefährlichen Träumen Straches infiziert und Hofers Höhenflug ermöglicht. Dass Hofer und seine Parteifreunde im bevorstehenden Wahlkampf nun realitätsnäher argumentieren und auf Hetze verzichten, ist nicht zu erwarten.

Stattdessen werden die Freiheitlichen wohl weiter mit den Versprechungen aus der Parallelwelt der EU-Austrittsbefürworter werben und ihren Hass gegen Europa als Heilsversprechen inszenieren.

Dabei ist Österreich bereits ohne den Einfluss der Freiheitlichen auf dem besten Weg, zum ökonomisch kranken Mann Europas zu werden. Das Milliarden-Debakel um die Pleitebank Hypo Alpe Austria, der Hausbank des FPÖ-Urgesteins Jörg Haider (Wahlspruch: „Er hat euch nicht belogen“), ist zwar weitgehend ausgestanden. Doch erst vor wenigen Tagen hat die Ratingagentur Moody‘s Österreichs Kreditwürdigkeit um eine Stufe herabgestuft. Ein Blick nach Großbritannien lässt vermuten, dass ein Wahlsieg Hofers die Stabilität des Landes und die Investitionsfreude nicht eben befeuern wird.

Gegen die Träume von Rechtspopulisten der Machart Norbert Hofer, Heinz-Christian Strache oder Nigel Farage hilft vor allem eines: Ein Blick auf die Realität. Dieser ist den Österreichern und ganz Europa für diese Wahl zu wünschen.

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