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Rentenpolitik Warum junge Unternehmer finden, dass wir alle länger arbeiten sollten

Junge Unternehmer zur Rentenpolitik der GroKo Quelle: imago images

Während die Rentenkommission der Bundesregierung noch tagt, legen die „Jungen Unternehmer“ einen eigenen Kommissionsbericht zur Altersvorsorge vor. Ginge es nach ihnen, wäre die Rente mit 67 bald schon Geschichte.

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Der Verband „Die Jungen Unternehmer“ fordert in einem Reformpapier grundlegende Veränderungen der deutschen Rentenpolitik – und geht mit der Regierungsarbeit der Vergangenheit ins Gericht. Eine „Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist unumgänglich“, schreibt Verbandschefin Sarna Röser in dem mehr als 40-seitigen Bericht mit dem Titel „Fair und generationengerecht – Vorschläge zur Neuaufstellung der Altersvorsorge in Deutschland“. Der Bericht wird am morgigen Donnerstag der Bundesregierung übergeben und liegt der WirtschaftsWoche vor.

Zur Frage, wie genau die Altersgrenze verschoben werden sollte, macht Röser einen konkreten Vorschlag: „Der nächste Schritt wäre ein Mechanismus, der den Renteneintritt an die Lebenserwartung anpasst“, schreibt die Unternehmerin. Der Renteneintritt, so ihre Hoffnung, würde dann nicht mehr „zum politischen Spielball in Wahlkämpfen verkommen“. Solche Modelle existieren in Norwegen und Finnland. Der Münchner Rentenexperte Axel Börsch-Supan etwa favorisiert für Deutschland ein 2:1-Modell. Dabei würden im Falle einer steigenden Lebenserwartung von drei Jahren zwei davon länger gearbeitet. Für dieses Konzept könnten sich auch die Jung-Unternehmer erwärmen.

Das Papier der „Jungen Rentenkommission“, das der Renten-Kommission der Bundesregierung zuvorkommt, wurde von einem Autorenteam erarbeitet, dem Wissenschaftler und Vertreter von Parteien angehörten, etwa Ria Schröder, die Vorsitzende der Jungen Liberalen. Das Papier listet noch weitere Vorschläge auf: darunter eine stärkere kapitalgedeckte Vorsorge und die Abschaffung der abschlagfreien Rente ab 63.

Besonders kritisch sieht die Kommission auch die stark wachsende Steuerfinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, auch und gerade aufgrund der Politik der großen Koalition. „Schon heute wird ungefähr ein Drittel der Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) durch Steuerzuschüsse finanziert. Wie im Koalitionsvertrag festgehalten, dienen die Steuerzuschüsse inzwischen auch dazu, die doppelte Haltelinie für Rentenniveau und Beitragssatz zu garantieren“, heißt es im Bericht. „Damit entwickelt sich die GRV schleichend von einem beitrags- zu einem steuerfinanzierten System der Altersvorsorge. Diese Entwicklung der Steuerzuschüsse geht zu Lasten der jüngeren Generation.“ Eine Konsequenz daraus: Generationengerechtigkeit müsste als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden, fordern die Autoren.

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