Nachgeforscht: So lässt sich die Arbeitszeit von Müttern steigern
Sobald Frauen Kinder bekommen, sinkt im Durchschnitt ihre Beteiligung am Arbeitsmarkt. Das ist besonders bei Frauen mit niedrigerem Bildungsstand der Fall. Ein fünfköpfiges Forschungsteam um Marina Krauß, Postdoktorandin am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft der Universität Augsburg, zeigt, dass viele Familien zu wenig über Kinderbetreuungsangebote in Deutschland wissen:
Krauß: „Wir haben eine Studie mit mehr als 600 zufällig ausgewählten Familien mit kleinen Kindern aus Rheinland-Pfalz durchgeführt. Einer Gruppe haben wir ein vierminütiges Erklärvideo gezeigt, das über das Recht auf Kinderbetreuung und den Anmeldeprozess informierte. Falls von den Familien gewünscht, erhielten sie zusätzlich Unterstützung beim Anmeldeprozess in einer Kita. Eine Kontrollgruppe erhielt diese Angebote nicht.
„Das Ergebnis der drei Umfragerunden: Das niedrigschwellige Unterstützungsangebot hatte einen deutlichen Effekt auf die Arbeitszeit von Müttern, die kein Abitur haben. 18 Monate nach dem Unterstützungsangebot lag der Anteil der Mütter, die in Vollzeit arbeiten, mehr als doppelt so hoch wie vorher. Das Einkommen stieg im Schnitt um rund 20 Prozent.“
„Der Effekt geht vor allem auf Mütter zurück, die zuvor in Teilzeit gearbeitet haben, und weniger auf Frauen, die aufgrund der Informationen neu in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Interessant ist: Nach der Aufklärung erhöhten auch die Väter im Schnitt die Zeit, die sie mit Care-Arbeit verbringen.“
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