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GeldpolitikFed-Vize verteidigt Eigenkapital-Pläne für Banken gegen Kritik

Die US-Notenbank wehrt sich gegen Kritik aus der Finanzbranche zu den verschärften Eigenkapitalanforderungen für größere Banken. Der Nutzen übersteige die Kosten, so Michael Barr. 09.10.2023 - 16:36 Uhr

Die Bankenbranche in den USA läuft Sturm gegen die im Sommer vorgestellte Reform.

Foto: Reuters

Die US-Notenbank Federal Reserve verteidigt ihre Vorschläge zu verschärften Eigenkapitalanforderungen für größere Geldhäuser gegen Kritik aus der Finanzbranche. Der für die Bankenaufsicht zuständige Fed-Vizechef Michael Barr sagte am Montag, der Nutzen übersteige die Kosten. Die erhöhten Anforderungen würden für mehr Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems sorgen.

Die jüngst vorgeschlagenen Regeln würden zumeist das Handelsgeschäft der Finanzinstitute beeinflussen, die Kreditvergabe jedoch nur in „begrenztem Maße“, sagte Barr auf einer Konferenz der Branchenlobby American Bankers Association.

Die Bankenbranche in den USA läuft Sturm gegen die im Sommer vorgestellten Pläne. Die Reform würde von den Finanzinstituten verlangen, mehr Barmittel zurückzuhalten, um im Zweifel Verluste besser auffangen zu können.

Bankenbeben als Warnung

Der Vorschlag setzt internationale Standards um, die vom Basler Ausschuss für die Bankenaufsicht in Reaktion auf die Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 vereinbart wurden. Er regelt neu, wie Banken ihr Risiko-Niveau einschätzen und wie hoch die Rücklagen sein müssen, die sie als Verlust-Puffer halten müssen.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte gewarnt, Banken als Kreditgeber könnten sich zurückziehen. Zudem hätten die Aufsichtsbehörden die Gründe für die Änderungen nicht transparent dargelegt. Die Fed und der US-Einlagensicherungsfonds FDIC hatten argumentiert, der Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) und weiterer Geldinstitute habe die Notwendigkeit robusterer Regeln und größerer Kapitalpolster zum Schutz vor unvorhergesehenen Risiken unterstrichen.

Im Frühjahr war es unter den US-Regionalbanken zu heftigen Turbulenzen gekommen. Die SVB und noch weitere Geldhäuser waren im Zuge der Krise kollabiert. Im März hatten Kunden begonnen, massiv Gelder von der SVB und anderen Regionalinstituten abzuziehen. Hohe unrealisierte Verluste auf US-Staatsanleihen im Zuge der Zinserhöhungskurses der US-Notenbank hatten bei den Instituten einen Vertrauensverlust ausgelöst.

Die Fed hat die Reformpläne mit dem FDIC und der Bankenaufsicht OCC ausgearbeitet. Barr zeigte sich offen für einen Dialog mit der Finanzbranche bei dem Vorhaben: Die Fed sei „sehr interessiert“ an Rückmeldungen zu ihren Vorschlägen und würde Kommentare und Daten begrüßen, die sicherstellten, dass die endgültigen Regeln das Risiko genau widerspiegelten.

rtr
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