1. Startseite
  2. Politik
  3. Konjunktur
  4. Insolvenzen in Deutschland: Mehr Firmenpleiten im Juli – hohe Insolvenzzahlen für Herbst erwartet

Insolvenzen in DeutschlandMehr Firmenpleiten im Juli – hohe Insolvenzzahlen für Herbst erwartet

Die Insolvenzzahlen in Deutschland sind im Juli nach oben geklettert. Dem IWH-Institut zufolge ist ein Ende dieses Trends nicht in Sicht. 07.08.2025 - 11:51 Uhr
Ein Schild mit dem Hinweis „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ hängt an einem Bekleidungsgeschäft. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

In Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten laut dem IWH-Institut im Juli deutlich gestiegen. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften legte laut den von den Hallenser Forschern am Donnerstag vorgelegten Daten im Juli zum Vormonat um zwölf Prozent auf 1588 zu.

Das sind 13 Prozent mehr als im Juli 2024 und 64 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. „Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreichte damit im Juli einen Wert, der – abgesehen vom Rekordmonat April 2025 – so hoch war wie seit 20 Jahren nicht mehr“, erklärten die Forscher des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Für seine Analysen wertet das IWH die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpft sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen. „Wir sehen im Juli eine auffällig hohe Zahl an Insolvenzen bei gleichzeitig nur moderater Arbeitsplatzgefährdung“, erläuterte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.

Bald drei Millionen Arbeitslose?

Das deutsche Jobwunder geht zu Ende

Der deutsche Arbeitsmarkt galt als robust. Jetzt schlagen Krisen und Transformation durch. Wen es trifft und in welchen Branchen Jobs weiter Zukunft haben.

von Sophie Crocoll, Artur Lebedew und Laura Thalmeyer

Das liege vor allem daran, dass es wenige Großinsolvenzen gegeben habe. Ein Teil des Anstiegs im Juli lässt sich laut Müller durch ein bekanntes saisonales Muster erklären: Zum Halbjahr komme es regelmäßig zu einer erhöhten Zahl von Neuanmeldungen, die sich in den Folgemonaten in der Statistik niederschlagen.

Einige Insolvenzen sehr kleiner Unternehmen erscheinen sofort in der Statistik, während größere Fälle mit Verzögerung – häufig erst im Oktober – offiziell eröffnet werden. Hinzu kommt, dass der Juli in diesem Jahr mit 23 Arbeitstagen das Maximum an möglichen Verfahrensterminen bot.

Besonders auffällig im Juli ist laut dem IWH der Anstieg bei den Frühindikatoren, die dem Insolvenzgeschehen in der Regel zwei bis drei Monate vorauslaufen. Sie erreichten den bislang höchsten Stand in der seit Januar 2020 laufenden IWH-Erhebung und lagen rund acht Prozent über dem bisherigen Höchstwert vom Juli 2024. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten pro Fall ist aber auch hier gering.

„Die Höhe der Frühindikatoren ist ungewöhnlich und lässt auch für den Herbst hohe Insolvenzzahlen erwarten, die sich jedoch vergleichsweise moderat auf den Arbeitsmarkt auswirken werden“, so Insolvenzforscher Müller.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick