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Produktion im Januar gedrosselt Autoindustrie und Maschinenbau zunehmend optimistisch

In der Autoindustrie und bei ihren Zulieferern haben sich die Erwartungen deutlich verbessert. Quelle: dpa

In der deutschen Industrie macht sich laut einer Umfrage des ifo-Instituts Hoffnung auf ein Ende der Krise breit. Trotzdem musste die Wirtschaft ihre Produktion im Januar nochmals drosseln, um über zwei Prozent.

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In wichtigen Zweigen der deutschen Industrie macht sich offenbar Hoffnung auf ein Ende der Krise breit. Autoindustrie und Maschinenbau wollen ihre Produktion erhöhen, wie das Münchner Ifo-Institut in seiner monatlichen Umfrage zu den Produktionserwartungen ermittelt hat. Der Index der Erwartungen kletterte im Februar von 9,4 auf 20,7 Punkte, der dritte Anstieg in Folge. Die Ökonomen befragen monatlich 2000 Unternehmen, der Index wird aus dem Saldo positiver und negativer Erwartungen gebildet.

In der Autoindustrie und bei ihren Zulieferern haben sich die Erwartungen demnach deutlich verbessert, der Indikator stieg auf 35 Punkte, nach minus 1 im Januar. Im Maschinenbau verbesserte sich die Stimmung ebenfalls. Allerdings ist das Bild nicht flächendeckend positiv. „Die Erwartungen der Branchen sind dabei sehr unterschiedlich“, sagte Ifo-Fachmann Klaus Wohlrabe am Montag. Nach wie vor sehr schlecht ist die Stimmung in der Bekleidungsindustrie und bei den Möbelherstellern.

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Januar überraschend gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,5 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen Anstieg von 0,2 Prozent erwartet, nachdem es im Dezember mit revidiert plus 1,9 Prozent noch den achten Wachstumsmonat in Folge gegeben hatte. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die Produktion um 4,2 Prozent niedriger.

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In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse am Jahresanfang sehr unterschiedlich aus. Die Industrie drosselte ihre Erzeugung um 0,5 Prozent und damit erstmals seit April 2020. „Der Ausstoß der Industrie verzeichnete im Januar trotz der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung nur einen geringen Rückgang, der vor allem von den Engpässen bei Halbleiter-Produkten in der Kfz-Industrie herrührte“, erläuterte das Ministerium. „Demgegenüber verzeichnete der Maschinenbau ein merkliches Plus.“ Im Baugewerbe kam es zu einem deutlichen Rückgang von 12,2 Prozent, der wohl teilweise der ungünstigen Witterung geschuldet ist. Die Versorger meldeten ein Plus von 0,6 Prozent.

Die exportabhängige Industrie kann auf einen anhaltenden Aufwärtstrend rechnen: Ihre Produktionserwartungen hellten sich im Februar bereits den dritten Monat in Folge auf. Das entsprechende Barometer stieg auf 20,7 Punkte von 9,4 im Januar, wie das Ifo-Institut in seiner monatlichen Umfrage unter 2000 Firmen herausfand. „Die Erwartungen der Branchen sind dabei sehr unterschiedlich“, führte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe aus. „Die Autoindustrie will ihre Produktion besonders stark ausweiten, die Bekleidungsindustrie plant ihre Produktion einzuschränken.“ Die Industriebetriebe hatten im Januar 1,4 Prozent mehr Aufträge eingesammelt, wobei das Auslandsgeschäft mit 4,2 Prozent kräftig zulegte.

Mehr zum Thema: Die Schuldenbremse gerät politisch stärker unter Druck. In einer Umfrage stellen sich nun Ökonomen klar hinter den Schuldendeckel.

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