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Spanien Keine weitere Bankenfusion: BBVA und Banco Sabadell brechen Gespräche ab

Der geplante Zusammenschluss der BBVA mit der Banco Sabadell kommt nicht zustande. Die Institute fanden nach nur kurzer Zeit keine Einigung.

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Die Nummer zwei auf dem spanischen Markt fusioniert nicht mit der Banco Sabadell. Quelle: Reuters

Die beiden spanischen Großbanken BBVA und Banco Sabadell haben ihre seit knapp zwei Wochen laufenden Fusionsgespräche abgebrochen. Als Grund nannte Sabadell am Freitag unterschiedliche Vorstellungen über die finanziellen Details. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, die Gespräche zu beenden, da keine Einigung über das Umtauschverhältnis der beiden Unternehmen erzielt worden sei. BBVA teilte mit, die Verhandlungen seien beendet worden, ohne dass ein Ergebnis gefunden worden sei.

Die Geldhäuser hatten am 16. November angekündigt, über einen Zusammenschluss zu sprechen. Bei einer Verschmelzung wäre die zweitgrößte spanische Bank mit Vermögenswerten von fast 600 Milliarden Euro entstanden.

BBVA hatte sich Mitte November durch den Verkauf seiner Amerika-Tochter an PNC Financial Services für rund zehn Milliarden Euro die Kassen für eine Übernahme gefüllt. Nur wenige Stunden, nachdem der Deal in den USA eingetütet war, hatte BBVA Fusionsverhandlungen mit dem spanischen Wettbewerber öffentlich gemacht. BBVA-Chef Onur Genc hatte aber von Anfang an betont, er habe keine Eile, werde alles in Ruhe prüfen und habe außerdem noch andere Optionen.

Die BBVA ist das zweitgrößte Institut Spaniens und eher global ausgerichtet. Sabadell ist vor allem im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen stark, denen die Bank eine personalisierte Beratung bietet.

Die Verhandlungen zwischen BBVA und Banco Sabadell wären die dritte mögliche Fusion spanischer Finanzhäuser seit dem Ausbruch der Coronakrise gewesen. Im September hatten Bankia und Caixabank ihren Zusammenschluss vereinbart. Diesen planen auch beiden kleinen Anbieter Unicaja und Liberbank.

Die Coronakrise und die dadurch drohenden Zahlungsausfälle verschärfen den Druck auf die Banken. In Spanien lag die Eigenkapitalrendite der Institute im zweiten Quartal bei minus neun Prozent. Spanische Banken sind kaum im Investmentbanking tätig, das in der Krise etwa der Deutschen Bank hilft. Ihre Kapitalpuffer sind im europäischen Vergleich gering, außerdem leidet die spanische Wirtschaft so stark wie keine zweite in Europa unter der Krise.

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