Weniger Subventionen: E-Autos: Preisschock mit Ankündigung

Wird es bald einfacher, eine Ladesäule für Elektroautos zu finden, weil die Nachfrage nach den Fahrzeugen abnimmt?
Foto: dpaDas Duisburger CAR-Institut warnt vor einem Preisschock bei E-Autos, wenn zum Jahresende die Umweltprämie gekürzt wird. Private Neuwagenkäufer bekommen dann bei der Zulassung ihres Wagens nur noch 3000 statt 4500 Euro. Unternehmen gehen sogar schon ab September ganz leer aus. Das dürfte den Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen einen deutlichen Dämpfer verpassen – zumal die Hersteller zurzeit hohe Rabatte auf Verbrennerautos gewähren. Und zeigt wieder einmal, das schlecht gemachte Einzelsubventionen nur eine Folge haben: Sie verzerren den Markt.
Für die Politik steckt darin eine deutliche Warnung, den Umbau der klimaschädlichen Wirtschaft in eine klimaneutrale anders anzugehen. Wer dabei nur auf ein paar einflussreiche Manager hört, die vor allem ihre Gewinne und Marktanteile im Blick haben, der sollte nicht damit rechnen, die beste und cleverste Lösung zu finden. Diese Manager wünschen sich eine für sie bequeme Regulierung, die das eigene Risiko von Fehlentscheidungen minimiert, die eigenen Marktanteile zementiert.
Dauerhafte Subventionen, um den Markt in die gewünschte Richtung zu steuern, kann und sollte sich unser Staat nicht leisten. Auch wenn es inzwischen abgegriffen klingen mag, der einzige marktlich effiziente Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist ein verlässlich steigender CO2-Preis. Der lässt die Unternehmen entscheiden, welche klimaneutrale Art des Autos sie herstellen wollen – eines mit E-Antrieb oder vielleicht doch eines mit E-Fuel-Verbrenner. Das befördert den Wettbewerb, sorgt für Innovationsdruck. Und es lässt am Ende den Verbraucher fair entscheiden, welche Art Antrieb es sein soll.
Hätte die Politik diesen Weg schon vor Jahren gewählt, Deutschland und Europa wären wohl bereits deutlich weiter beim Klimaschutz.
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