In eigener Sache: Der Wirtschaftserklärer, der die „Ökolomie“ erfand
Dieter Dürand
Foto: WirtschaftsWocheEs gibt Kolleginnen und Kollegen, die haben eine Redaktion schon lange verlassen, sind zu einem anderen Medium oder in den Ruhestand gewechselt, und sind irgendwie trotzdem auch Jahre später noch präsent. Dieter Dürand, bereits 2017 ausgeschieden, war so ein Kollege. Mehr als 25 Jahre hatte er da die Innovations- und Technologieberichterstattung unseres Magazins bereichert und geprägt – und er wirkt bis heute nach.
Lange bevor die Frage, wie sich Ökologie und Ökonomie verbinden lassen, den Mainstream erreichte, konzipierte und verantwortete er bereits mit „WiWo GreenEconomy„ eine sehr erfolgreiche Reihe von Sonderheften. Ob Klimawandel, erneuerbare Energiequellen, smarte Stromnetze, ressourcenschonende Produktion oder neue Mobilitätskonzepte – vieles von dem, was heute Diskussionen und Berichterstattung prägt, hat Dieter Dürand vor rund einer Dekade schon thematisiert. Und immer wieder haben wir uns in den vergangenen Jahren, wenn das eine oder andere – vermeintlich überraschende – Thema hochkochte, gegenseitig erinnert: „Das hatte Dieter doch damals auch schon geschrieben“.
Dürand, Absolvent der Kölner Journalistenschule, war 1991 zur WirtschaftsWoche gestoßen und hatte gemeinsam mit einem Redaktionsteam nach der Wende die Ausgabe der WirtschaftsWoche für die neuen Bundesländer aufgebaut. Anschließend wechselte der gebürtige Kölner ins Innovationsressort des Magazins, in dem er auch als stellvertretender Ressortleiter lange aktiv und für seine Kreativität und seine herzliche Art über all die Jahre hochgeschätzt war.
Als die damalige Redaktionsleitung die WirtschaftsWoche Mitte der 2010er-Jahre inhaltlich umpositionieren wollte und den ganzheitlichen Innovationsgedanken für obsolet hielt, für den auch Dürand stand, verließ er die Redaktion und wurde wieder als freier Journalist tätig. Als Mitglied der Chefredaktion des von ihm mitgegründeten Umweltnachrichtenportals Greenspotting.de verschrieb er sich erneut dem journalistischen Blick auf die „Ökolomie“, wie Dürand und seine Kollegen die Konvergenz von Ökologie und Ökonomie inzwischen nennen.
Vor wenigen Tagen ist der mehrfache Vater und Großvater, passionierte Journalist, Fußball- und Doppelkopfspieler, Fan des 1. FC Köln, vor allem aber liebenswerte Mensch unvermittelt und nur 68-jährig an Herzversagen gestorben. Die Redaktion der WirtschaftsWoche und viele seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen trauern um Dieter Dürand. Unser Beileid gilt seiner Frau und seinen beiden Kindern.
Lesen Sie auch: Wie Metropolen zu Ökostädten werden