Software: Wachstum in der Cloud: SAP übertrifft die Erwartungen der Analysten
Die Aktie des Unternehmens stand wie andere Tech-Werte zuletzt unter Druck.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesSAP kommt mit der Umstellung des Geschäftsmodells schneller voran als erwartet. Im dritten Quartal wuchs das Geschäft mit Clouddiensten um 38 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 25 Prozent. Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 7,84 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt um fünf Prozent. Beide Kennzahlen liegen über den Erwartungen der Analysten.
Die Transformation habe „einen wichtigen Wendepunkt erreicht“, erklärte Vorstandssprecher Christian Klein bei der Veröffentlichung am Dienstag. Durch die neuen Cloudkunden, die für die Produkte in der Regel monatliche Gebühren zahlen, hat der Anteil wiederkehrender Umsätze beim Softwarehersteller 80 Prozent erreicht – ein wichtiger Wert für die Börse.
Allerdings belasten die hohen Investitionen wie auch die Umstellung des Geschäftsmodells weiterhin den Gewinn. Das Betriebsergebnis sank von Anfang August bis Ende September um ein Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, ohne Währungseffekte um acht Prozent. Das bereinigte Ergebnis pro Aktie sank um 36 Prozent auf 1,12 Euro. Immerhin war das mehr als von den Finanzanalysten erwartet.
Bei allen Kennzahlen profitierte SAP von deutlichen Wechselkurseffekten: Die USA sind der wichtigste Markt für Unternehmenssoftware – die Umrechnung des aktuellen starken Dollar in Euro fällt daher für den deutschen Konzern vorteilhaft aus.
Aktie seit Monaten unter Druck
Angesichts der steigenden Zinsen und der unsicheren Konjunkturaussichten stehen Technologieanbieter an der Börse seit einigen Monaten unter Druck, auch SAP. Die Aktie des deutschen Softwareherstellers rutschte in diesem Jahr kurzzeitig sogar unter die Marke von 80 Euro. In den vergangenen Wochen hat sich der Kurs etwas erholt, am Montagabend notierte er bei 91,80 Euro.
Zuletzt verschaffte ein Report von JP Morgan der SAP-Aktie neue Nachfrage. Analyst Toby Ogg geht davon aus, dass die makroökonomischen Schwierigkeiten bereits zu stark in den Kurs eingepreist seien und der Markt zudem die Veränderung des Geschäftsmodells nicht richtig einschätze. Er stufte den Softwarehersteller auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel um 10 auf 115 Euro an.